ATP Indian Wells: Hartplatz-König Sinner erreicht Meilenstein
Jannik Sinner gewinnt an einem "besonderen Tag für Italien" erstmals in Indian Wells - und untermauert seinen Status als Hartplatz-König.
von SID
zuletzt bearbeitet:
16.03.2026, 11:59 Uhr

Jannik Sinner posierte vor der imposanten Wüstenkulisse gekonnt mit der kristallklaren Indian-Wells-Trophäe und bekam das Lächeln nicht aus dem Gesicht. Als jüngster Spieler der Geschichte hatte der Südtiroler durch seinen Triumph im "Tennis Paradise" kurz zuvor auch den letzten wichtigen Titel auf Hartplatz gewonnen - und damit seine Aufholjagd im Kampf um die Spitze der Weltrangliste eindrucksvoll eingeläutet.
Denn im Vorjahr hatte der Italiener aufgrund seiner dreimonatigen Dopingsperre beim prestigeträchtigen Masters in Kalifornien noch gefehlt, auch bei den kommenden 1000er-Turnieren in Miami, Monte-Carlo und Madrid kann er reichlich Punkte auf seinen spanischen Dauerrivalen Carlos Alcaraz gutmachen. Das kam Sinner nach dem hart erkämpften 7:6 (6) und 7:6 (4)-Finalsieg gegen den Russen Daniil Medvedev und dem nächsten erreichten Meilenstein in seiner Karriere aber nicht als erstes in den Sinn.
Sinner tritt in große Fußstapfen
"Ich bin überglücklich. Das ist heute ein ganz besonderer Tag für Italien", sagte Sinner mit Verweis auf den ersten Karrieresieg von Formel-1-Newcomer Kimi Antonelli am Sonntag in China: "Ich bin ein großer F1-Fan. Und dass Kimi Italien dort zurück an die Spitze bringt, ist wunderbar."
Im Tennis hat Sinner (24) das südeuropäische Land längst in der Spitze etabliert. Der Weltranglistenzweite ist erst der dritte Mann nach den Ikonen Novak Djokovic und Roger Federer, der alle sechs Masters auf Hartplatz sowie die US Open, Australian Open und ATP Finals gewonnen hat. Weitere Bestmarken gefällig? Sinner, der im Halbfinale Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev locker ausgeschaltet hatte und seinen 25. Karrieretitel feierte, ist zudem der erste Spieler, der zwei Masters in Folge ohne Satzverlust gewinnt. Ein perfekter Lauf war ihm schon im November in Paris gelungen.
Sinner findet seinen Rhythmus
Nun will Sinner direkt nachlegen - und das "Sunshine Double" mit dem Triumph beim am Mittwoch beginnenden Turnier in Miami perfekt beenden. "Ich habe nun ein paar Tage, um mich zu entspannen. Aber bis Miami bleibt nicht viel Zeit", sagte Sinner nach einer kräftezehrenden Woche in Indian Wells. Die extreme Hitze, die ihm in der Vergangenheit häufig zu schaffen gemacht und bei dem Ausnahmeathleten immer wieder zu Krämpfen geführt hatte, schien ihm dabei nichts auszumachen. Gegen Medvdev zeigte er trotz 35 Grad Außentemperatur und heftiger Sonneneinstrahlung sein bestes Tennis - und sendete damit auch ein Signal an die Konkurrenz.
Denn nach einem durchwachsenen Saisonstart mit dem Halbfinalaus bei den Australian Open gegen Djokovic und dem Viertelfinalaus in Doha gegen den Tschechen Jakub Mensik scheint der viermalige Grand-Slam-Sieger seinen Rhythmus gefunden zu haben. "Diesen möchte ich nicht verlieren", betonte Sinner und fügte in Bezug auf die kommenden Wochen an: "Ich weiß, was auf dem Spiel steht."
