ATP Stuttgart: Boss Berrettini holt wieder den Titel - Finalsieg über angeschlagenen Andy Murray

Matteo Berrettini (ATP-Nr. 10) heißt der Sieger der Boss Open in Stuttgart. Er schlug Andy Murray im Finale in drei Sätzen.

von Florian Goosmann aus Stuttgart
zuletzt bearbeitet: 12.06.2022, 19:38 Uhr

Matteo Berrettini
© Getty Images
Matteo Berrettini

Matteo Berrettini bleibt der Boss am Stuttgarter Weissenhof! Nach 2019 siegte er nun auch 2022 - im Finale gegen Altmeister Andy Murray mit 6:4, 5:7 und 6:3.

Der 26-Jährige zeigte hierbei eine beeindruckende Leistung mit einem nur kleinen Durchhänger zum Ende des zweiten Satzes - den Murray, der Rasenfuchs, ausnutzte./ Ansonsten: War die Wucht des Italieners zu viel.

Berrettini dominierte wie schon die gesamte Woche über den starken Aufschlag und die Hammer-Vorhand. Nach dem frühen Break zum 2:1 kam Murray zwar zu insgesamt vier Breakchancen, aber konnte keine nutzen, danach gab der Italiener nur noch drei Punkte bei eigenem Service ab.

Murray nutzt kurzen Berrettini-Lapsus aus

Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild: Murray fightete, um im Match zu bleiben - schaffte er aber mal ein 0:15, packte Berrettini meist die Keule beim Aufschlag raus und legte, wenn nötig, mit der Vorhand nach. Ein enges Spiel beim 4:4 mit drei Breakchancen für Berrettini schnappte sich Murray gerade noch so und brüllte ein energisches "Come onnnnnnnnn!" in die Jubelstürme des Publikums, gab sich dabei gefühlte Ewigkeiten die Faust. Doch Berrettini: Servierte cool zum 5:5.

Ein Spiel später aber eine kurze Unaufmerksamkeit: Murray erkämpfte sich wieder ein 0:15, dann aber legte Berrettini eine einfache Vorhand ins Netz und einen Doppelfehler nach, Murray nutzte direkt den ersten Satzball.

Murray verletzt sich in Satz 3 - und kämpft weiter

Umso bitterer der Beginn des dritten Satzes nach einer langen Pause: Murray verletzte sich im Hüft-/Bauchmuskelbereich und musste direkt das Break hinnehmen, nahm eine Behandlungspause. Aber Berrettini ließ dann nur noch wenig zu, eine erneute kurze Behandlungsauszeit für Murray beim 4:2 folgte, er aber war nun sichtlich eingeschränkt, konnte sich beim Aufschlag nur noch minimal strecken. Als Berrettini am Ende einen Lob ansetzte und Murray ihn aufgrund seiner Probleme bei der Streckung nur als Stopp abtropfen lassen konnte (und den Punkt machte), musste auch er lachen.

Kurz später aber war das Match vorbei. Und der Sieger Berrettini: War freilich überglücklich, zumal sein Sieg auch überraschend kam. Berrettini, der Wimbledonfinalist 2021, war zuletzt drei Monate ohne Match, nachdem er sich am Finger der rechten Hand hatte operieren lassen müssen.

"Natürlich war es ein Traum, aber von so einer Verletzung zurückzukommen, von meiner ersten Operation", blickte Berrettini zurück. Nun dieser Sieg -  "das fühlt sich toll an." Natürlich sei dies kein schönes Ende, blickte Berrettini auch auf Finalgegner Murray. "Er hat uns so oft gezeigt, wie man zurückkommt. Ich habe so viel von ihm gelernt. Es war eine Ehre, mit ihm den Platz zu teilen."

Murray zufrieden mit Fortschritt

Andy Murray schien auf dem Court nicht zu besorgt um eine neuerliche Verletzung - er spielt seit 2019 ja mit einem künstlichen Hüftgelenk, und daher ist man ja immer besorgt, wenn sich hier Schmerzen andeuten.

"Es gab viele Fortschritte in den letzten Wochen, ich bin gespannt, was die Zukunft bringt", sagte er bei der Siegerehrung. "Ich fühle mich viel besser, was mein Spiel angeht und hoffe, dass mein Körper noch eine Weile mitspielt."

Murray erklärte anschließend auch, dass seine Verletzung sich im Bauchmuskelbereich abspiele - Genaueres müsse er nun abklären lassen.

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von Florian Goosmann aus Stuttgart

Sonntag
12.06.2022, 17:53 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.06.2022, 19:38 Uhr

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