"Bin noch etwas eingerostet": Rune mit bitterem Comeback in Tokio
Nach elf Monaten Verletzungspause war Holger Rune im Davis Cup furios auf die Tennisbühne zurückgekehrt. Doch beim ersten ATP-Turnier folgte die Ernüchterung.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
01.10.2026, 18:37 Uhr

Fast ein Jahr hatte Holger Rune auf diesen Moment warten müssen. Beim Davis Cup in der vergangenen Woche meldete sich der 23-jährige Däne eindrucksvoll zurück. Erst besiegte er Iliyan Radulov glatt, anschließend rang er in einem hochklassigen Duell Grigor Dimitrov mit 3:6, 6:3, 7:6(4) nieder.
Zurück im Tenniszirkus
Zwei Siege zum Comeback – besser hätte die Rückkehr kaum beginnen können. Für Rune war dabei schon die Reise zum nächsten Turnier ein besonderer Moment. „Es ist ein Privileg, wieder hier zu sein“, sagte er vor seinem ersten ATP-Auftritt in Tokio. Allein wieder ins Flugzeug zu steigen, mit seinem Team zu einem Turnier zu reisen und sich auf ein Match vorzubereiten, habe ihm gefehlt.
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„Das ist es, wofür ich lebe“
Umso größer waren die Erwartungen an den ersten ATP-Auftritt seit Oktober 2025. Tokio sollte zeigen, wie weit Rune nach der langen Pause tatsächlich wieder ist. Doch gegen den Franzosen Kyrian Jacquet wurde aus der erhofften Standortbestimmung ein bitterer Rückschlag.
54 Minuten, 3:6, 3:6
Jacquet übernahm von Beginn an die Kontrolle und ließ Rune kaum Möglichkeiten für dessen gewohnt aggressives Spiel. Der Däne kam während der gesamten Partie zu keiner einzigen Breakchance, musste allerdings immerhin vier Breakbälle abwehren. Nach gerade einmal 54 Minuten war das Comeback auf der ATP-Tour beendet. Jacquet gewann 6:3, 6:3, womit Rune eine deutliche Niederlage kassierte.
Noch etwas eingerostet
Rune suchte anschließend keine Ausreden. Statt die lange Verletzungspause oder mögliche körperliche Probleme vorzuschieben, nahm er die Niederlage auf seine Kappe. „Ich bin noch etwas eingerostet“, gab er nach dem Match zu Protokoll. Dazu entschuldigte sich der Däne bei den Zuschauern, die ihn vor Ort unterstützt hatten, und bei den Fans zu Hause. Gleichzeitig gratulierte er Jacquet ausdrücklich zu dessen Leistung.
Hier das Einzeltableau der Herren in Tokio
