Wie Rafael Nadal über eine Trainertätigkeit und Alexander Zverev denkt
Der 22-fache Grand-Slam-Champion Rafael Nadal schließt eine Tätigkeit als Trainer derzeit aus. Für Alexander Zverev war der Spanier in einem Interview voll des Lobes.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
01.10.2026, 17:33 Uhr

Für Rafael Nadal kommt eine Trainertätigkeit auf der Tour aktuell nicht infrage. “Man sollte im Leben niemals nie sagen, aber im Moment habe ich das definitiv nicht vor”, sagte der 22-fache Grand-Slam-Sieger in einem Interview mit “Sports Illustrated Deutschland”. Er sei in den vergangenen Monaten “praktisch ohne Unterbrechung” unterwegs gewesen. “Das würde noch schlimmer werden, wenn ich als Trainer arbeiten würde.”
Nach seinem Karriereende im Herbst 2024 stieg Nadal ins Hotelgewerbe ein, zudem kümmert sich der Spanier um seine Rafa Nadal Academy. Auf dem Tennisplatz ist der 40-Jährige kaum mehr anzutreffen: “Seit meinem Karriereende habe ich vielleicht vier- oder fünfmal gespielt. Die Chance, mich auf dem Golfplatz zu treffen, ist mittlerweile deutlich größer."
Nadal: Zverev kann “noch mehr Grand Slams" gewinnen
Das Tour-Geschehen hat Nadal freilich weiterhin im Blick. Die Entwicklung von Alexander Zverev habe er “aus persönlichem Interesse immer besonders verfolgt und mich sehr über seinen ersten Grand-Slam-Sieg gefreut”. Entscheidend für den Durchbruch bei den French Open sei gewesen, dass er sich bei den vier Major-Events immer wieder in gute Positionen gebracht habe.
“Rein von seinem Tennisspiel her hätte er eigentlich schon viel früher einen Grand-Slam-Titel gewinnen müssen”, konstatierte Nadal. “Umso größer ist die Leistung, nie aufzugeben und es immer wieder zu versuchen.” Nach seinem Triumph in Roland-Garros könne Zverev nun auch in den Druckphasen befreiter aufspielen: “Das sollte ihm die Freiheit geben, noch mutiger an die nächsten Turniere heranzugehen. Vom spielerischen Niveau her besitzt er absolut das Potenzial, noch mehr Grand Slams zu gewinnen.”
Sinner und Alcaraz leisten “Außergöhnliches”
Mit dem Titelgewinn bei den US Open legte Zverev schon im September nach. Nun hat der Deutsche sogar die Chance, erstmals in seiner Karriere an die Weltranglistenspitze zu klettern - und damit sowohl Jannik Sinner als auch Carlos Alcaraz hinter sich zu lassen. “Im Moment sind die beiden die besten Spieler auf der Tour – wie lange das aber so bleiben wird, kann niemand sagen”, meinte Nadal über die beiden Superstars des Sports.
“Beide leisten momentan Außergewöhnliches, aber sie müssen dieses Niveau über viele Jahre halten. Dabei wird vieles davon abhängen, wie ihre Körper die Belastung verkraften, wie stabil sie mental bleiben und welche jungen Spieler in den nächsten Jahren nachkommen”, erklärte Nadal.
Selbst hat Nadal kaum mehr mit den Nachwehen seiner aktiven Zeit zu kämpfen: “Wenn man jeden Morgen mit Schmerzen aufwacht, ist das körperlich und mental unglaublich belastend. Das ging bei mir über viele Jahre so. Heute habe ich diese Probleme glücklicherweise kaum noch. Und das ist für mich wahrscheinlich das Wertvollste.”
