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Daniil Medvedev schiebt Druck auf Novak Djokovic: "Hier noch nie ein Finale verloren"

Daniil Medvedev fordert im Endspiel der Australian Open Rekordchampion Novak Djokovic heraus. Der Russe bezwang Stefanos Tsitsipas und setzte seine beeindruckende Siegesserie fort.

von SID
zuletzt bearbeitet: 19.02.2021, 16:29 Uhr

Der "unbezwingbare" Daniil Medvedev rüttelt bei den Australian Open am Thron von Novak Djokovic. Der Russe zeigte im Halbfinalduell der Streithähne gegen Stefanos Tsitsipas eine weitere bärenstarke Leistung und baute seine beeindruckende Siegesserie aus. Rekordchampion Djokovic sollte gewarnt sein: Zwischen ihm und dem neunten Titel in Melbourne steht im Finale am Sonntag ein richtiger Brocken.

Das 6:4, 6:2, 7:5 gegen den Griechen Tsitsipas, der im Viertelfinale mit einem Wahnsinns-Comeback niemand Geringeren als Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, war bereits Medvedevs 20. Sieg in Folge. Und was noch viel imposanter ist: Zwölf dieser Erfolge feierte er gegen Top-10-Spieler. 

"Ich hoffe, dass dieser Lauf noch etwas anhalten kann", sagte Medvedev, schob die Favoritenrolle in seinem zweiten Grand-Slam-Finale am Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) aber ganz klar Djokovic zu: "Ich habe nicht viel Druck, weil er hier noch nie ein Finale verloren hat."

Der Serbe sieht das jedoch anders. "Er ist momentan der Mann, den es zu schlagen gilt", sagte Djokovic anerkennend - und er weiß, wovon er spricht. Auf dem Weg zum Titel bei den ATP Finals im November hatte Medvedev auch den Weltranglistenersten glatt in zwei Sätzen bezwungen.

Schon 2019 war der Moskauer ganz nah dran am ersten Major-Titel. Im Finale der US Open musste er sich Nadal nach großem Kampf in fünf Sätzen geschlagen geben. Bereits jetzt steht fest, dass Medvedev am kommenden Montag US-Open-Sieger Dominic Thiem in der Weltrangliste von Platz drei verdrängen wird. Schlägt er auch Djokovic, rückt er sogar an Nadal vorbei auf Rang zwei vor.

Am Freitag zeigte Medvedev nach Meinung von Eurosport-Experte Boris Becker phasenweise "Tennis fast von einem anderen Stern". Er ließ sich weder von der großen griechischen Fanbase in der Rod-Laver-Arena noch von seinem Erzrivalen Tsitsipas aus der Ruhe bringen. 

Seit ihrem ersten Aufeinandertreffen 2018 in Miami waren die beiden Jungstars öfter verbal aneinandergeraten. "Ich habe in der Vergangenheit vielleicht mal gesagt, dass er langweilig spielt", sagte der Grieche vor dem Halbfinale und versuchte die Wogen zu glätten: "Aber das denke ich nicht wirklich. Er spielt extrem clever."

Der hochbegabte Medvedev, großer Fan von Bayern München, ist eine der interessantesten Erscheinungen der Tour. Der 25-Jährige spricht neben Russisch auch fließend Englisch und Französisch. Zudem besitzt er einen Abschluss einer auf Mathematik und Physik spezialisierten Schule, ist begnadeter Schachspieler. Coach Gilles Cervara verglich seinen Schützling einst mit einem Genie, das man nicht immer verstehen könne.

Doch nun steht dem Genie eine der härtesten Aufgaben im Tennis überhaupt bevor. Mit seinen acht Titeln ist Djokovic der König von Melbourne, und auch seine nicht näher definierten Bauchmuskelprobleme scheinen ihm keine Beschwerden mehr zu bereiten. "Ich bin ohne Zweifel bereit für den Kampf", sagte er nach seinem lockeren Halbfinalsieg gegen den russischen Sensations-Qualifikanten Aslan Karatsev.

Schon am Samstag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport und ServusTV) will Japans Topstar Naomi Osaka in ihrem vierten Grand-Slam-Finale den vierten Titel erringen - den zweiten in Melbourne nach 2019. Gegen die vom deutschen Coach Michael Geserer trainierte US-Amerikanerin Jennifer Brady ist Osaka die klare Favoritin.

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