Davis Cup, ATP Cup - aber was ist mit dem Hopman Cup?

Der Davis Cup hat die Saison 2021 beendet, der ATP Cup wird das Spieljahr 2022 eröffnen. Was ein Quatsch - hatte man doch über Jahre hinweg ein perfektes Auftaktevent. Ein Kommentar.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 06.12.2021, 15:37 Uhr

Roger Federer
© Getty Images
Roger Federer beim Hopman Cup 2019

Eins mal vorneweg: Bei allem (berechtigten) Theater um den "neuen" Davis Cup - keine Heim- und Auswärtsspiele hin, blöder Termin her - muss man festhalten, dass die Besetzung auch im zweiten Jahr im Piqué-System stark war. Novak Djokovic (ATP-Nr. 1), Daniil Medvedev (ATP-Nr. 2), Andrey Rublev (ATP-Nr. 5) und Jannik Sinner (ATP-Nr. 10) waren am Start; die Abwesenheit des Rests der Top Ten erklärte sich vorwiegend damit, dass deren Teams nicht qualifiziert waren (Griechenland mit Tsitsipas, der zudem verletzt ist, Norwegen mit Casper Ruud, Polen mit Hubert Hurkacz) und aus Verletzungen (Rafael Nadal, Matteo Berrettini). Einzig Alexander Zverev hatte auf das neue System keine Lust, wie er mehrfach erklärte, und blieb deshalb fern./

Dass eine Reform des Davis Cups sein musste, war allen klar - die Besetzung der Teams im alten System war in den vergangenen Jahren eher schwach. Und vier Wochenenden im Jahr (mit Vor- und Nachbereitung) für Spitzenspieler nicht mehr attraktiv. Dass der neue Modus seine Schattenseiten hat, wissen wir auch.

Was war da mit Tennis United?

Der größte Witz ist allerdings, dass in nur vier Wochen dasselbe Turnier in Blau stattfinden wird: der ATP Cup. Der wurde bei seiner Einführung 2020 mächtig gehypt, dabei sind die Kritikpunkte ebenso klar: ein undurchsichtiges Punktesystem, schwache zweite Einzel (wenn die Nummer 500 gegen die Nummer 8 ran musst, Grüße an Michail Pervolarakis, Franco Roncadelli und Aleksandre Metreveli). Dazu wurden die Damen beim zeitgleich stattfindenden Turnier in Brisbane auf die Nebenplätze verbannt.

Dabei kam ausgerechnet 2020 doch die Idee auf, die Damen- und Herrentour zu vereinen, Tennis United war das Stichwort, Roger Federer und Rafael Nadal hatten entsprechende Euphorie geschürt. Passiert ist nix.

Hallo, Hopman Cup?

Dabei wäre ein gemischtes Teamevent doch genau das Richtige zum Auftakt der Saison, wo alle Herrschaften ohnehin in Australien weilen. Und einigermaßen entspannt ins Jahr starten könnten.

Ach ja: Das gemischte Teamevent gab's ja - den guten alten Hopman Cup, den man zugunsten des ATP Cups hat verschwinden lassen. Dabei hatte der doch gerade in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erfahren, wir erinnern uns an das Federer/Williams-Mixed oder den verrückten Matchball zwischen der Schweiz und Deutschland bei der letzten Auflage.

Immer wieder gibt zwar ITF-Chef Dave Haggerty laut, man suche einen neuen Termin - bei allem Konkurrenzkampf und Wirrwarr zwischen ATP, WTA und ITF scheint man aber keinen zu finden.

Die Fans sind am Ende die Leidtragenden, und damit das Tennis an sich. Oder kriegt ihr es in einfachen Worten hin, einem durchaus interessierten Tennisfan (der kein Freak ist) zu erläutern, warum nur vier Wochen nach dem Davis Cup mit dem ATP Cup ein quasi identisches Event stattfinden wird?

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von Florian Goosmann

Montag
06.12.2021, 16:23 Uhr
zuletzt bearbeitet: 06.12.2021, 15:37 Uhr

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