Davis Cup: Deshalb ist Österreich auch ohne Top-100-Spieler wieder in Bologna dabei

Ohne einen einzigen Top-100-Spieler zählt Österreich erneut zu den acht besten Tennisteams der Welt. Das hat seine Gründe.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 19.09.2026, 17:59 Uhr

Österreich fährt einmal mehr nach Bologna
© GEPA pictures
Österreich fährt einmal mehr nach Bologna

Das österreichische Davis-Cup-Team darf erneut Flüge nach Bologna buchen. Mit dem 3:1-Erfolg über Belgien qualifizierte sich die Auswahl von Jürgen Melzer wie im Vorjahr für das Finalturnier der acht besten Teams “Was heute passiert ist, freut mich extrem für das ganze Team”, jubelte Österreichs Teamkapitän bei der abschließenden Pressekonferenz.

Hauptverantwortlich für den Erfolg zeichnete einmal mehr Jurij Rodionov, der mit seinen Erfolgen über Gauthier Onclin und Zizou Bergs zwei Drittel der erforderlichen Punkte einheimste. “Ich mag diesen Druck, für das eigene Land zu spielen", sagte Rodionov. “Ich bin einfach überglücklich über die ganze Woche.”

Der Teamgeist beflügelt Österreich 

Der Erfolg über die Belgier, die mit Alexander Blockx und Raphael Collignon zwei Top-50-Spieler vorgeben mussten, gelang Österreich ohne Top-100-Mann. “Das zeigt einfach, dass die Mannschaft funktioniert”, erklärte Melzer. “In diesem Bewerb geht es nicht immer nur um Topspieler. Es geht auch darum, alles zu geben und diese Wochen jedes Jahr fix im Turnierkalender zu haben.” In Wien führte der Weltranglisten-142. Rodionov das Team als Nummer eins an. 

"Dass du das als Österreich schaffst, ist wirklich eine unglaubliche Teamleistung und muss echt wertgeschätzt werden", frohlockte Lucas Miedler. Zustimmung erhielt der 30-Jährige von seinem neuem Doppelpartner Neil Oberleitner, der den “Kampf- und Teamgeist" als Erfolgsfaktor Nummer eins anführte.

Österreich sichert sich mindestens 500.000 Dollar

Zuvor hatte Oberleitner in der Bundeshauptstadt eine rundum gelungene Davis-Cup-Premiere gefeiert. "Ich bin überwältigt. Ich bin sehr froh, dass ich meine Leistung heute so bringen konnte", sagte der 27-Jährige. Miedler zollte seinem Neo-Partner Respekt: “Ein unglaubliches Debüt von Neil. Es ist nicht selbstverständlich, dass man da so rausgeht und gleich so spielt beim ersten Davis Cup.”

Der traditionsreiche Nationenbewerb führt Österreich nun also nach Bologna, wo vom 24. bis 29. November die Final 8 über die Bühne gehen werden. Die Teilnahme sichert Österreich ein Mindestpreisgeld von 500.000 Dollar, die Auslosung findet am Dienstag um 12 Uhr statt. “Italien brauche ich nicht”, äußerte Melzer einen Wunsch. Im Vorjahr war für Österreich im Viertelfinale gegen den Gastgeber und späteren Sieger Schluss.

Welche Spieler er diesmal in die Emilia-Romagna mitnehmen wird, ließ Melzer am Samstag noch ein Stück weit offen. ”Ich würde sagen, das Team, das hier sitzt, hat eine ganz gute Chance, dabei zu sein", machte der 45-Jährige Rodionov, Miedler, Oberleitner, Lukas Neumayer und Joel Schwärlzer Hoffnung. “Aber ich kann in keine Glaskugel schauen, was bis dorthin passiert.” 

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von Nikolaus Fink

Samstag
19.09.2026, 17:58 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.09.2026, 17:59 Uhr

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