De Minaur & Hewitt – wenn der Mentor mit dem Lehrbub …
Das erste Aufeinandertreffen der Landsleute Alex de Minaur und Cruz Hewitt im Achtelfinale des ATP-500-Turniers in Washington elektrisiert nicht nur die australischen Tennisfans, sondern auch die weltweite Community. Dabei war das Zustandekommen dieser Partie alles andere als ein Selbstläufer.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
30.07.2026, 14:27 Uhr

Die Geheimnisse dürften sich bei der bevorstehenden Achtelfinal-Partie des ATP-500-Turniers in Washington mehr als in Grenzen halten. Schon von Kindesbeinen an durfte Cruz Hewitt die Karriere von Alex de Minaur hautnah miterleben. Auch sportlich kreuzten die beiden Protagonisten schon früh die Schläger, schließlich fungierte der junge Hewitt schon frühzeitig als Hitting-Partner bei australischen Davis-Cup-Begegnungen und durfte sich auch mehrfach im Rahmen der Australian Open auf seine Einsätze im Junioren-Wettbewerb mit seinem 27-jährigen Mentor vorbereiten.
Vor dem Turnierstart in der US-amerikanischen Hauptstadt erschien ein potenzielles Aufeinandertreffen der beiden Spieler noch recht spekulativer Natur. So musste sich der 17-jährige Hewitt erst einmal durch die Qualifikation spielen, was er mit etwas Unterstützung zweier Aufgabesiege auch erfolgreich bewerkstelligen konnte. Doch auch die Reifeprüfung in seinem ersten Hauptfeld-Match bestand der Teenager mit Bravour und besiegte den US-Amerikaner Marcos Giron glatt in zwei Sätzen.
Doch mit dem erfolgreichen Einzug des Youngsters ins Achtelfinale war das Traum-Duell gegen De Minaur noch keinesfalls gesetzt, da der Titelverteidiger mit der Bürde einer 1:12-Bilanz in das Auftakt-Duell gegen Stefanos Tsitsipas ging. Doch der Weltranglisten-6. ging wohl mit dem Extra-Schuss Motivation in die Partie, ließ sich auch vom zwischenzeitlichen Satzausgleich nicht aus der Spur bringen und fixierte den 6:4, 3:6, 6:3-Erfolg gegen den dreifachen Monte-Carlo-Champion.
Voller Vorfreude blickt Hewitt auf das bevorstehende Duell gegen De Minaur, den er im Verlauf der Turnierwoche bereits als „älteren Bruder“ bezeichnet hatte: „Ich kenne ihn eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Er hat bei uns gewohnt und wir verbringen auch Weihnachten zusammen. Er hat mir so viel beigebracht. Ich glaube, das wird eine ziemlich schöne Erinnerung für uns.“
Voll des Lobes zeigt sich auch de Minaur über die Entwicklung vom Sohn des ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt: „Es ist nicht leicht, wenn der eigene Nachname eine solche Last mit sich bringt. Ich finde, er hat Unglaubliches geleistet, was seine persönliche Reife und Entwicklung angeht. Er ist vernünftig geworden, hat seinen eigenen Weg gefunden und sich als eigenständiger Spieler etabliert. Er hat letztlich aus eigener Kraft diese Ergebnisse erzielt und bewiesen, dass er zu Recht dort steht, wo er jetzt ist.“
Hier das Einzel-Tableau der Herren aus Washington
