Lucky-Loser-Spot auch nach Aufgabe/Absage gerechtfertigt?

Zachary Svajda und Bernard Tomic kamen bei den ATP-Turnieren in Washington und Los Cabos jeweils in den Genuss eines Lucky-Loser-Spots für das Hauptfeld. Doch ist eine solche zweite Chance nach aufgegebenem bzw. abgesagtem Match in der finalen Qualifikations-Runde sportlich fair?

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 30.07.2026, 08:40 Uhr

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Trotz Aufgabe in der letzten Qualifikationsrunde erhielt Zachary Svajda in Washington als Lucky Loser einen Platz im Hauptfeld.

Eine Win-Win-Situation stellt eigentlich die Verwendung von Lucky-Loser-Spots im professionellen Tennis dar. Auf der einen Seite wird dadurch für die Turnier-Veranstalter sichergestellt, dass den Zuschauern trotz der kurzfristigen Absage eines Hauptfeld-Spielers dennoch ein sportliches Match geboten wird. Zum anderen erhält der ein oder andere Spieler trotz verlorener Begegnung in der Finalrunde der Qualifikation die Chance, doch noch im ersehnten Hauptfeld aufschlagen zu können. Doch angesichts zweier aktueller Fälle auf der ATP-Tour stellen sich viele Tennisfans die Frage, wie strapazierfähig das Glück eines Spielers für die Inanspruchnahme eines Lucky-Loser-Spots sein darf.

Beim ATP-500-Turnier in Washington geriet der in der Qualifikation topgesetzte Zachary Svajda beinahe zur Randnotiz nachdem er in der Finalrunde im dritten Satz gegen den australischen Newcomer Cruz Hewitt aufgeben musste, schließlich erreichte der Junioren-Wimbledon-Finalist und Sohn des ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt dadurch erstmals das Hauptfeld eines ATP-Events. Doch das Schicksal meinte es gut mit dem US-Amerikaner und beschied ihm aufgrund einer Absage im Hauptfeld einen nachträglichen Startplatz. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass die Chance auf einen Lucky-Loser-Spot als Nr. 1 der Qualifikation nicht im Bereich des Unerreichbaren liegt.

Hier das Einzel-Tableau aus Wahsington

Noch spektakulärer gestaltete sich der Sachverhalt diesbezüglich für den Australier Bernard Tomic beim ATP-250er-Event in Los Cabos. So trat der Routinier zu seiner Finalrunde gegen den US-Amerikaner Tristan Boyer erst gar nicht an, wurde anschließend aber ebenfalls wie Svajda in der US-amerikanischen Hauptstadt mit einem Startplatz als Lucky Loser „belohnt“.

Hier das Einzel-Tableau aus Los Cabos

Ordentlich Dampf ließ die internationale Tennis-Community in den sozialen Netzwerken diesbezüglich ab, die mehrheitlich eine solche Vergabe der Startplätze nach einer Aufgabe bzw. einem Nichtantreten als „ungerecht“ oder „inakzeptabel“ bezeichnete. Auch bei den Profikollegen dürfte dieser Umstand nicht besonders gut angekommen sein. Vielleicht nimmt die ATP dieses doppelte Kuriosum ja zum Anlass, bezüglich dieser Regelung endlich nachzuschärfen. 

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Donnerstag
30.07.2026, 10:37 Uhr
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