Destanee Aiava – unter neuer Flagge zum neuen Glück?
Eigentlich hatte die krisengeplagte Destanee Aiava ihre Karriere in diesem Frühjahr nach dem Heim-Grand-Slam in Australien in Form einer Generalabrechnung mit dem Profi-Tennissport für beendet erklärt. Nun meldete sich die Australierin unter neuseeländischer Flagge wieder zurück auf der Tour – mit zwei Turniersiegen in Folge auf der World Tennis Tour.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
27.07.2026, 11:05 Uhr

Schon früh in ihrer Karriere war die Australierin Destanee Aiava einer großen Erwartungshaltung durch ihre Landsleute ausgesetzt. Als erste Spielerin, die im aktuellen Millennium geboren wurde, konnte sie 2017 in Brisbane nach überstandener Qualifikation einen Hauptfeld-Sieg für sich verbuchen und schrieb auch mit dem erstmaligen Start beim Major in Australien Geschichte. Doch der harte Alltag auf der ITF-Tour zermürbte die 26-Jährige komplett und trieb sie beinahe in den Selbstmord.
Und so zog die ehemalige Nr. 147 der Welt in diesem Frühjahr nach dem Heim-Grand-Slam in Melbourne, wo sie sich in der Auftakt-Runde der Qualifikation geschlagen geben musste, den vermeintlichen Schlussstrich unter ihre Karriere, den sie in Form einer Generalabrechnung mit den Machenschaften im Profi-Tennissports verkündete. Umso überraschender nun, dass Aiava nun nach mehr als fünf Monaten Pause wieder in den Draws von Turnieren auf der World Tennis Tour auftauchte. Zudem prangt hinter ihrem Namen nicht mehr die australische, sondern die neuseeländische Flagge.
Inzwischen auf Weltranglisten-Position 668 abgerutscht, startete Aiava ihren Comeback-Versuch in der alten Heimat. So meldete sie für die beiden aufeinanderfolgenden W15-Turniere in Brisbane. Vom Start weg dominierte die ehemalige Nr. 49 der Jugendweltrangliste im Queensland Tennis Centre beide Veranstaltungen und sicherte sich jeweils die Siegestrophäe im Einzel, sogar ohne Satzverlust. Es scheint also so, als ob sie sich unter der neuseeländischen Flagge nicht nur neu aufgestellt hat, sondern erst einmal wieder den Frieden mit ihrem Sport gemacht hat.
