Dominic Thiem über Aufschlag von unten: "Er hätte sich nicht entschuldigen müssen"

Mit Dominic Thiem und Nikoloz Basilashvili sind der topgesetzte Spieler als auch der Titelverteidiger der Hamburg European Open in das Viertelfinale am Rothenbaum eingezogen. Thiem besiegte Marton Fucsovics in zwei Sätzen, während Basilashvili über die volle Distanz in seinem Zweitrunden-Match gegen Juan Ignacio Londero gehen musste.

von Florian Heer aus Hamburg
zuletzt bearbeitet: 25.07.2019, 13:11 Uhr

Dominic Thiem
© Alexander Scheuber/Hamburg European Open
Dominic Thiem

Es war eine überzeugende Vorstellung von Dominic Thiem am Mittwochnachmittag in Hamburg. Die Nummer 4 der ATP-Weltrangliste zog nach einer Stunde und 36 Minuten mit 7:5, 6:1 über Marton Fucsovics souverän in die Runde der letzten acht ein. Lediglich die Chancenausbeute der eigenen Breakbälle gab Anlass nachzuhaken.

Viele Chancen zum Break 

„Einerseits ist es natürlich bitter, wenn ich die ganzen Breakchancen vergeben habe, andererseits habe ich natürlich dann auch im Kopf, dass ich viele Sachen richtig mache, weil ich zu so vielen Breakchancen bekommen habe“, erklärte Thiem in seiner anschließenden Pressekonferenz. 3 von insgesamt 12 Breakbällen konnte der 25-jährige Österreicher in seiner Partie verwerten.

„Manche hat er gut abgewehrt, manche habe ich aber auch wirklich gut gespielt und dann die Vorhand oder die Rückhand sehr knapp verschlagen. Ich hatte mir gesagt, dass ich im Normalfall irgendeine nutzen werde und so ist es dann auch gekommen.“

Aufschlag von unten? Für Thiem okay 

Thiem ließ sich auch nicht von einem „Underarm-Serve“ des Ungarns aus der Ruhe bringen. Fucsovics entschuldigte sich im Anschluss ganz artig für die von ihm eingesetzte Aufschlagtechnik, die sich in den vergangenen Monaten immer mehr auf den Tennis-Courts der Welt zu etablieren scheint.

„Nein, ich finde nicht, dass er sich hätte entschuldigen müssen“, bezog Thiem klar Stellung. „Ich habe manchmal die Angewohnheit auf die Seiten zu schauen, wenn ich mich zum Return vorbereite und er hat genau in dem Moment serviert. Ich glaube, ansonsten hätte ich den Aufschlag zurückbekommen. Es ist völlig in Ordnung. Es gibt wirklich Situationen, wo es ein guter taktischer Zug sein kann.“

Nächste Hürde: Rublev 

Im Viertelfinale trifft Thiem auf Andrey Rublev. Der 21-jährige Russe besiegte im ersten Match des Tages den Norwegischen #NextGenATP-Star Casper Ruud 3:6, 7:5, 6:3. Der Niederösterreicher gewann beide vorherigen Begegnungen mit dem Moskowiter.

„Ich werde versuchen, wie im zweiten Satz heute gegen Fucsovics zu agieren“, kommentierte Thiem seine nächste Herausforderung. „Natürlich wird es ein komplett anderes Match werden. Andrey kann Winner von fast jeder Position auf dem Court schlagen. Ihn aus seiner Komfort-Zone zu holen wird mein Ziel sein.“

Im letzten Match des Tages auf dem Center-Court besiegte 2018-Champion Nikoloz Basilashvili den Argentinier Juan Ignacio Londero mit 6:4, 3:6, 6:3. Der an Nummer vier gesetzte Georgier trifft nun auf Jeremy Chardy, der seinen französischen Landsmann Richard Gasquet mit 7-6(5), 7-5 unter der prallen Hamburger Sonne niederkämpfte.

Zverev-Brüder als Doppel-Highlight 

Insgesamt sieben Matches der Doppelkonkurrenz standen auf den Außenplätzen am Rothenbaum auf dem Programm. Alexander und Mischa Zverev verloren vor vollbesetzten Rängen auf dem Court M1 gegen die deutschen Qualifikanten Julian Lenz und Daniel Masur mit 6:4, 3:6, 9:11. Alexander Zverev beendete Partie unglücklich durch einen Doppelfehler im Champions-Tiebreak nach 1 Stunde und 28 Minuten.

„Wir konnten zwei eigene Matchbälle nicht nutzen und die anderen beiden haben gut gespielt“, sagte Mischa, der aus dem Einzelwettbewerb aufgrund von gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste und gestand, noch nicht wieder bei 100 Prozent zu sein. „Hamburg verlief leider etwas unglücklich dieses Jahr, aber dafür ist Sascha im Einzel noch dabei und hoffentlich bleibt er dann bis zum Sonntag hier.“

Kramies zurück in der Erfolgsspur 

Besser lief es hingegen für die amtierenden French-Open-Champions Kevin Krawietz und Andreas Mies, die gegen Roman Jebavy aus der Tschechischen Republik und dem Niederländer Matwe Middelkoop mit 7:5, 6:7(9), 12:10 ihren ersten Matchgewinn seit ihrem Grand-Slam-Triumph verbuchen konnten.

„Es ist nicht so einfach gewesen, nach dem Erfolg in Paris den normalen Tour-Alltag wieder aufzunehmen“, verriet Mies. „Wir haben vor der Rasensaison zwei Mal in der ersten Runde verloren, und jetzt auf einmal nach Paris drei Mal hintereinander, und dann denkst du so, was ist denn jetzt auf einmal los? Aber wir wissen natürlich auch, dass das immer passieren kann im Doppel. Das geht so schnell. Auch heute konnte man wiedersehen, wie schnell das Momentum hin und her dreht. Klar haben wir jetzt auch ein bisschen Druck verspürt. Daher ist es schön wieder zurück auf der roten Asche zu sein. Da haben wir gute Erinnerungen dran, und jetzt hoffen wir, dass es erfolgreich weitergeht.“

In der zweiten Runde warten auf das an Nummer 2 gesetzte Duo Pablo Cuevas aus Uruguay und der Chilene Nicolas Jarry.

Marach/Melzer beginnen Hamburg-Kampagne mit Sieg 

Oliver Marach und Jürgen Melzer sind nach ihrer Finalniederlage in Umag auch zurück in der Erfolgsspur. Die an drei gesetzten Österreicher besiegten zum Turnierauftakt von Hamburg den Italiener Marco Cecchinato und Benoit Paire aus Frankreich 6:2, 6:1. Nach lediglich 46 Minuten war die Begegnung zu Ende.

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