Elena Rybakina: Mit stoischer Ruhe auf den Thron
Elena Rybakina wird am Montag zum ersten Mal in ihrem Leben die WTA-Weltrangliste anführen. Die Kasachin nahm das in New York gewohnt gelassen zur Kenntnis.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
10.09.2026, 13:45 Uhr

Sie ballte kurz die Faust, blickte in ihre Box und schritt dann rasch zum Handshake ans Netz: Nein, ein Gefühlsausbruch überkam Elena Rybakina nach dem Dreisatzerfolg über Qinwen Zheng im Viertelfinale der US Open nicht wirklich. Und das, obwohl sich die Kasachin durch den Halbfinaleinzug in New York am Montag erstmals offiziell als beste Tennisspielerin der Welt bezeichnen darf.
“Das bedeutet mir natürlich sehr viel, aber ich denke nicht allzu viel darüber nach”, erklärte Rybakina ihre verhaltene Reaktion. “Es ist eine großartige Leistung, und ich glaube, man weiß sie erst richtig zu schätzen und denkt noch mehr darüber nach, wenn man seine Karriere beendet hat.”
Rybakina sammelt Argumente für die Hall of Fame
Mit zwei Grand-Slam-Titeln (Wimbledon 2022 und Australian Open 2026) sowie dem erstmaligen Sprung an die Weltranglistenspitze hat Rybakina bereits fleißig Argumente für die Aufnahme in die Hall of Fame gesammelt. Von diesen Sphären hatte sie einst nicht einmal zu träumen gewagt: “Als ich ein Kind war, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal Profi werden oder bei solchen Turnieren auf den größten Bühnen spielen würde.”
Erst im Alter von 17 Jahren entschied sich Rybakina für eine professionelle Laufbahn, zehn Jahre später ist sie als 30. Spielerin der WTA-Historie an Weltranglistenposition eins angekommen. Ich habe natürlich nicht gewusst, wie weit ich es schaffen kann", sagte die 27-Jährige. “Als Kind habe ich es einfach genossen, nach der Schule Tennis zu spielen und mit meinen Freunden zusammen zu sein. Es ging mir nur um den Spaß.”
Freude würde Rybakina naturgemäß auch der erste Triumph bei den US Open bereiten. “Ich gebe mein Bestes, um hier zu gewinnen”, gab die Kasachin, die im Halbfinale auf Coco Gauff trifft, den Turniersieg als Ziel aus. Eine überschwängliche Reaktion wäre freilich auch dann nicht zu erwarten.
Hier das Einzel-Tableau der Frauen
