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French Open 2020: Nach 24 Breaks! Bertens gewinnt Drama-Match gegen Errani

Die Niederländerin Kiki Bertens ist nach einem absurden Dreisatz-Krimi gegen Sara Errani in Runde 3 bei den French Open eingezogen.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 30.09.2020, 20:51 Uhr

Kiki Bertens
© Getty Images
Kiki Bertens

3 Stunden und 11 Minuten bespielten sich Bertens und Errani, mit dem besseren Ende für Bertens: Sie siegte am Ende mit 7:6 (3), 3:6 und 9:7. 

Errani hatte hierbei über das gesamte Match hinweg massive Probleme mit dem Ballwurf beim Aufschlag, sie musste mehrfach - teils bis zu sechs Mal - neu ansetzen und zog sich diverse "Time Violations" zu, die schließlich immer wieder zum Verlust des ersten Aufschlags führten. 12 Doppelfehler standen am Ende in ihrer Liste, über den zweiten Aufschlag machte sie nur 6 von 34 Punkten./

Die Italienerin hat seit langer Zeit mit dem Service zu kämpfen, im vergangenen Jahr schlug sie in Bogota 35 Mal von unten auf.

Auch diesmal wich Errani immer öfter auf den Aufschlag von unten aus, wenn sie über das zweite Service gehen musste; nicht zuletzt, weil ihr die Zeit nach diversen zu weit nach links geworfenen Bällen davonlief. Bertens konterte oft mit dem Stopp.

10 Breaks in Folge in Satz 3

Drama pur bot der dritte Satz: Bertens war zum Ende hin am rechten Oberschenkel angeschlagen und musste sich durchmassieren lassen, Errani schien dem jedoch keinen rechten Glauben zu schenken, sie machte sich teils über ihre Gegnerin lustig.

Die Italienerin, ehemals die Nummer 5 und aktuell nur noch die Nummer 150 der Welt,ging dann mit dem Spiel zum 3:2 jeweils mit Break in Führung, konnte es aber nie transportieren. Nach 10 Breaks in Folge (!) und einem abgewehrten Matchball beim 5:6 gelang Bertens schließlich der Spielgewinn zum 8:7. Ein 0:40 drehte Errani noch mal, Matchball Nummer fünf verwandelte Bertens schließlich mit einem Rückhand-Smash und sank weinend auf den Boden.

Mehr als ein kurzes Nicken beim Abgang in Richtung der Siegerin brachte die Italienerin aber nicht mehr auf; als sie den Platz verlassen hatte, hörte man immerhin noch einen lauten italienischen Fluch.

Bertens musste sich im Anschluss noch am rechten Ellenbogen behandeln lassen und wurde schließlich mit dem Rollstuhl vom Platz gefahren.

Errani: "Mag nicht, wenn jemand mir was vorspielt"

Errani verteidigte ihr Verhalten im Anschluss. "Ich mag es nicht, wenn jemand mir was vorspielt. Sie hat den Platz in einem Rollstuhl verlassen und jetzt ist alles gut, sie sitzt im Restaurant und isst. Ich habe sie gerade gesehen."

Bertens indes wiegelte diese Vorwürfe ab. Sie verstehe Erranis Frust, "sie hatte ihre Chancen und hat sie nicht genutzt." Wenn sie so gut darin wäre, etwas vorzuspielen, wie es Errani behaupte, "dann sollte ich vielleicht eher eine Schauspiel-Karriere angehen", sagte sie.

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von Florian Goosmann

Mittwoch
30.09.2020, 15:22 Uhr
zuletzt bearbeitet: 30.09.2020, 20:51 Uhr