French Open 2026: Mirra Andreeva dankt sich selbst - "So viele innere Dämonen"
Mirra Andreeva hat im Finale den sensationellen Siegeszug der polnischen Qualifikantin Maja Chwalinska gestoppt und den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Im Anschluss dankte sich die Siegerin selbst.
von SID/red.
zuletzt bearbeitet:
06.06.2026, 19:30 Uhr

Mirra Andreeva stemmte im Pariser Sonnenschein den silbernen Coupe Suzanne Lenglen in die Höhe, dann gab sie dem Objekt der Begierde ein zartes Küsschen. "Es war ein großer Traum von mir, dieses Turnier zu gewinnen", sagte die russische Teenagerin, nachdem sie bei den French Open die große Partycrasherin gespielt und sich damit ihren ersten Grand-Slam-Titel gesichert hatte: "Ich kann es nicht glauben, dass ich diese Trophäe gerade halte."
Durch das 6:3 und 6:2 verhinderte Andreeva ein hollywoodreifes Ende der märchenhaften Reise ihrer polnischen Gegnerin Maja Chwalinska, die als erst zweite Qualifikantin nach der Britin Emma Raducanu bei den US Open 2021 einen Major-Titel hätte gewinnen können. Am Ende war es aber die Russin, die vor den Augen von Filmstar Brad Pitt souverän triumphierte. Im Alter von 19 Jahren ist sie die jüngste Gewinnerin in Paris seit Monica Seles 1992, die neunmalige Major-Gewinnerin hatte damals als 18-Jährige ihren dritten Titel an der Seine gesammelt.
"Ich möchte mir selbst danken", stand auf der Jacke Andreevas - und das tat sie auch. "Dass ich an mich geglaubt habe, immer 100 Prozent gegeben habe, auch wenn es schwer war", sagte die strahlende Siegerin: "Dass ich jeden Tag versucht habe, besser zu werden, als Mensch und als Spielerin, daran geglaubt habe, dass ich das schaffen kann, und gegen so viele innere Dämonen gekämpft habe."
Stattliches Preisgeld für Andreeva
Als erste nach 2005 geborene Spielerin stand die Weltranglistenachte in einem Grand-Slam-Finale, bei den Männern gelang dieses Kunststück noch niemandem. Mit dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere sicherte sich Andreeva nun ein stolzes Preisgeld in Höhe von 2,4 Millionen Euro, im Ranking klettert sie am Montag auf Rang sechs.
Bei ihrer Gegnerin Chwalinska überwog trotz des verpassten Happy Ends der Stolz. "Ich werde diese drei Wochen definitiv nicht vergessen", sagte die Polin - und fügte schmunzelnd in Richtung des Publikums an: "Ich wünschte, ihr hättet ein besseres Spiel gesehen, aber Mirra war zu gut für mich. Es ist ihre Schuld."
Chwalinskas lebensverändernder Lauf
Die Teilnahme am Endspiel war dennoch ein unglaublicher Erfolg. Die Polin hatte sich zunächst mit drei Siegen erstmals überhaupt in das Hauptfeld des Sandplatz-Highlights gespielt, nach neun Erfolgen am Bois de Boulogne streicht sie nun ein üppiges Preisgeld von 1,4 Millionen Euro ein.
Als Nummer 114 der Welt war Chwalinska als am niedrigsten platzierte Spielerin seit der Einführung des Rankings in das Finale gegangen, sie löste somit ihre Landsfrau und die viermalige Turniersiegerin Iga Swiatek ab, die 2020 bei ihrem ersten Triumph in Paris 54. war. Im Ranking springt Chwalinska nun bis auf Platz 21. "Ich werde mein Bestes geben, um weiterzumachen", sagte sie.
Das Einzel-Tableau in Roland Garros
