French Open: Mensik, Fonseca und zwei bitter nötige Siege
Joao Fonseca und Jakub Mensik haben am gestrigen Mittwoch bei den French Open großen Kampfgeist gezeigt. Endlich mal wieder, möchte man fast sagen.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
27.05.2026, 23:13 Uhr

Etwa zwei Stunden, nachdem er sich nur unter größter Mühe vom Sandboden des Court 6 erhoben hatte, saß Jakub Mensik immer noch leicht gezeichnet im Interviewraum 3 in den Katakomben des Court Phlipp-Chatrier. Genau genommen ist dies allerdings kein geschlossener Raum, sondern lediglich ein Podium, vor dem etwa 15 Stühle hingestellt wurden. Es hätte für Mensik an diesem Abend deutlich mehr gebraucht.
Denn der Tscheche, im vergangenen Jahr Sensationssieger in Miami, hatte gegen Mariano Navone eine große Leistung abgeliefert. Die am Ende beinahe unbewohnt blieb. Weil Mensik Krämpfe plagten, weil er vom Schiedsrichter zwei Verwarnungen wegen Zeitspiels bekam, mit denen der immer noch junge Tscheche nicht einverstanden war. Aber Mensik hat sich durchgebissen, das Match dann eben doch nicht mehr aus der Hand gegeben.
Diesen famosen Kampfgeist würde man sich von der aktuellen Nummer 27 der Welt öfter wünschen. Aber da hat wohl auch die Magie eines Grand-Slam-Turniers gewirkt. Ob das auch gegen Dauerläufer Alex de Minaur reicht? Nach dem Besuch in der Eistonne meinte Mensik: Warum eigentlich nicht?
Fonseca darf gegen Djokovic ran
Auch Joao Fonseca hat einen schönen Sieg bitter nötig gehabt. Der hoch gelobte Brasilianer hat in den letzten Wochen nicht viel zerrissen - und gegen Dino Prizmic sah es auf dem wie gewohnt extrem stimmungsschwangeren Court 14 auch lange Zeit übel aus. Fonseca geriet mit zwei Sätzen in Rückstand, leistete sich zu viele Fehler, bewegte sich schlecht.
Man muss dem 19-Jährigen aber zugute halten, dass er das freundliche Angebot, das ihm Prizmic als Aufschläger zu Beginn des dritten Satzes machte, nicht nur kurzfristig annahm, sondern danach auch noch gleich veredelte. Und sich mit dem Comeback ein Treffen mit Novak Djokovic erspielte.
Das könnte spannend werden. Denn im Grundsatz ist Joao Fonseca ein besserer Tennisspieler als Valentin Royer. Der Franzose hatte Djokovic ja früher am Mittwoch einen Satz abgenommen. Diese Milchrechnung geht aber nicht auf, weil Djokovic die Aufgabe Fonseca ganz anders angehen wird. Denn auch wenn es für den Teenager in jüngerer Vergangenheit nicht nach Wunsch gelaufen ist: Novak Djokovic weiß sehr wohl um das Potenzial von Fonseca. Das dieser nun endlich mal wieder abrufen konnte.
Hier das Einzel-Tableau der Männer
