Gstaad, Kitzbühel, Hamburg: Ist Hartplatz das Allheilmittel? Nein, aber …

Die Diskussion über eine Neuausrichtung der Sandplatz-Turniere nach Wimbledon hat wieder Fahrt aufgenommen. Und könnte tatsächlich in einem neuen Look für Kitzbühel, Gstaad oder Hamburg münden. 

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 21.07.2026, 16:23 Uhr

Ließe sich Alexander Zverev nach Wimbledon auf einen europäischen Hartplatz locken?
© Getty Images
Ließe sich Alexander Zverev nach Wimbledon auf einen europäischen Hartplatz locken?

Betrachtet man es von Seiten des ATP-Turniers aus, dann hat der TC Weißenhof in Stuttgart alles richtig gemacht. Denn das Anlegen mehrerer Rasenplätze hat dafür gesorgt, dass die Besetzung der BOSS OPEN regelmäßig besser ist, als es die 250er-Kategorie eigentlich hergeben würde. Ein Endspiel zwischen Ben Shelton und Taylor Fritz (der indes auch Markenbotschafter des Hauptsponsors ist) hat einen sehr feinen Klang. Den man bei den Sandplatz-Events nach Wimbledon und vor Beginn der Hartplatz-Turniere in Nordamerika nicht vernimmt. 

Daran würde sich allerdings auch nichts ändern, wenn man sich nun in Gstaad, Kitzbühel, Bastad und, ja, in Hamburg (mit einem späteren Termin) dazu entschlösse, auf Hartplatz zu gehen. Die US-Amerikaner werden nach der ewig langen Serie zwischen Monte-Carlo und Wimbledon nicht noch länger auf dem alten Kontinent bleiben. 

Hartplätze sind attraktiv - aber nicht regenresistent

Aber: Es gibt ja durchaus auch attraktive europäische Profis, denen sich der Charme des 500ers in Washington bislang nicht erschlossen hat. Und die mit einem neuen Angebot vielleicht eher zu überzeugen wären, auch mal an Orten zu spielen, die sie bislang gemieden haben. Jürgen Melzer könnte sich etwa einen Grigor Dimitrov vorstellen, der viel mehr Spaß auf Hartplätzen als auf Sand hat. Und wenn man ganz große denkt und ein bisschen Erspartes auf die Seite gelegt hat: Alexander Zverev wollte im letzten Jahr ja schon in Gstaad aufschlagen - warum also nicht auch auf frisch angelegten Hard Courts eben dort oder auch anderswo in (Mittel-)Europa? 

Ganz trivial ist die Aufgabe natürlich nicht. Dazu braucht es nur einen Blick auf die aktuell laufenden Generali Open in Kitzbühel. Es ist ja nicht mit nur einem einzigen neu verlegten Match-Court getan, nein, man benötigt deren mindestens drei. Plus Optionen für das Training. Das ist dieser tage kein Problem: Sandplätze gibt es im Bezirk Kitzbühel reichlich. Auf der „harten“ Seite sieht es da schon schwieriger aus. Deutlich schwieriger. 

Dazu kommt: Ein Vorteil der Terre Battue liegt ja darin, dass ein bisschen Regen recht leicht verschmerzt werden kann. Selbst zart angefeuchtete Hartplätze sind ein Sicherheitsrisiko. Was allerdings noch mehr für die Rasenplätze wie in Stuttgart gilt. Und dort hat man bislang noch jedes Turnier - erfolgreich - über die Bühne gebracht.
 

von Jens Huiber

Dienstag
21.07.2026, 19:10 Uhr
zuletzt bearbeitet: 21.07.2026, 16:23 Uhr