Ist die Zeit der männlichen Top-Teenager vorbei?
Mit seinem gerade gefeierten 20. Geburtstag verlässt der Spanier Rafael Jodar die Riege der Teenager. Dadurch ist erstmals seit mehr als zehn Jahren kein U-20-Spieler mehr in den Top 100 der ATP-Weltrangliste vertreten.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
20.09.2026, 15:37 Uhr

War es zu „Becker-Zeiten“ noch mehr als geläufig, dass neben dem Leimener auch Spieler wie die Schweden Stefan Edberg und Mats Wilander ihre ersten Grand-Slam-Titel bereits im Teenager-Alter einfahren konnten, ist unter den aktuellen Top-Spielern der Spanier Carlos Alcaraz mit seinem US-Open-Titel von 2022 im Alter von 19 schon die krasse Ausnahme. Auch die deutliche Zunahme des Durchschnittalters der Spieler in den Top 100 seit den 80er Jahren unterstreicht, dass zum Erringen der größten Titel auf der Tour eine deutlich reifere Spielanlage und auch eine stärker ausgeprägte Athletik gefragt ist.
Auch die zweigleisige Herangehensweise in Sachen Ausbildung, lässt die Spieler oft etwas später auf der Tour erscheinen. So wählte Rafael Jodar probeweise erst den Weg ans College wie auch seine US-Kollegen Ben Shelton und Brandon Nakashima, ehe sie dann endgültig den exklusiven Weg als Profi auf der Tour fortsetzten. Dennoch legte der Spanier in den letzten 12 Monaten einen fulminanten Aufstieg hin, steigerte sich um mehr als 300 Ränge an die Top 10 der Weltrangliste heran und war dadurch der mit Abstand höchstplatzierte Teenager im Ranking.
Mit seinem 20. Geburtstag fällt Jodar jedoch aus der Riege der Teenager heraus und untermauerte durch die neu entstandene Situation den Trend mit den erhöhten Anforderungen auf der Herren-Tour. Erstmals seit mehr als zehn Jahren erscheint somit kein Teenager mehr in den Top 100 der Weltrangliste und aktuell gehört sogar kein U-20-Spieler zu den 150 besten Spielern der Welt. Als nächste Kandidaten folgen aktuell der 19-jährige Italiener Federico Cina (Nr. 168), der gleichaltrige Tscheche Jan Kumstat (Nr. 185), der 18-jährige Berliner Diego Dedura (Nr. 188) sowie der erst 17-jährige Franzose Moise Kouame (Nr. 199) aus dem Kreis der Top 200.
Ganz anders verhält es sich diesbezüglich noch bei den Damen. Dort zählen Spielerinnen wie die 19-jährige French-Open-Siegerin Mirra Andreeva als Nr. 5 der Welt und die 18-jährige US-Amerikanerin Iva Jovic als Nr. 16 im Ranking auch im Teenageralter zur absoluten Weltspitze.
