Griekspoor stichelt: "Mir fällt es schwer, Zverev zuzusehen"

Der US-Open-Triumph von Alexander Zverev hat bei Tallon Griekspoor offenbar wenig Eindruck hinterlassen.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 18.09.2026, 17:18 Uhr

In Montreal gewann Tallon Griekspoor gegen Alexander Zverev
© Getty Images
In Montreal gewann Tallon Griekspoor gegen Alexander Zverev

Am Sonntag gewann Alexander Zverev bei den US Open seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Bei Tallon Griekspoor, aktuell die Nummer 55 der Welt, hielt sich die Überraschung über den Triumph des Weltranglistenzweiten in Grenzen. “Ich habe das gegen Shelton so erwartet. Die bisherigen Begegnungen sprachen eindeutig für Zverev”, sagte der Niederländer gegenüber “De Telegraaf”. Zverev war gegen Shelton mit einer Bilanz von 5:0 ins Endspiel gegangen.

Dass sich an der makellosen Bilanz des Deutschen nichts änderte, führte Griekspoor unter anderem auf Sheltons Mangel an Erfahrung zurück: “Ich fand das Match ziemlich mittelmäßig. Shelton spielte sehr unbeständig und verschenkte zwei oder drei Punkte pro Spiel. Man sieht, was ein erstes Grand-Slam-Finale mit einem Spieler anstellen kann."

Auch Griekspoor kritisiert Zverev Aufschlagroutine 

“Zverev war nicht außergewöhnlich, aber er hat wirklich sehr gut aufgeschlagen. Der Tiebreak im zweiten Satz war entscheidend”, analysierte Griekspoor, der angab, die Partie nur sporadisch verfolgt zu haben. “Es liefen andere Sportarten, und es fällt mir einfach schwer, Zverev zuzusehen”, stichelte der 30-Jährige. “Vor allem bei diesem Turnier, wo er den Ball vor jedem Aufschlag 400-mal aufspringen ließ. Das war wirklich extrem, aber offenbar hat es ihm geholfen.”

Vor Griekspoor hatten unter anderem Zverevs Halbfinalgegner Karen Khachanov sowie Boris Becker Kritik an der Aufschlagroutine des gebürtigen Hamburgers geübt. “Dieses ewige Balltippen beim zweiten Aufschlag, bitte. Ich wurde hektisch beim Kommentieren”, sagte die deutsche Tennis-Legende im Podcast mit Andrea Petkovic.

Griekspoor rechtfertigt sich auf Social Media

Für Griekspoor, der in der Vorbereitung auf die US Open in Montreal gegen Zverev gewonnen hatte, war das Turnier in New York nach seiner Auftaktniederlage gegen Shelton früh beendet. Zum Finaleinzug des US-Amerikaners hätte es aus seiner Sicht gar nicht erst kommen dürfen. "Alcaraz hätte ihn im Viertelfinale schlagen müssen, aber er hat im fünften Satz einen Albtraum-Tiebreak gespielt“, sagte Griekspoor. 

Er hoffe, dass Alcaraz und Jannik Sinner nach ihren jüngsten Verletzungssorgen bald wieder bei 100 Prozent angelangen. “Aber sollten diese beiden während eines Turniers ausfallen, ist Zverev immer derjenige, der bereit ist. Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn er seine Karriere mit vier oder fünf Grand-Slam-Titeln beendet”, fand Griekspoor dann doch noch positive Worte für den Deutschen. Dass Zverev Sinner im Herbst als Nummer eins ablösen kann, denkt der 30-Jährige allerdings nicht: “Auf keinen Fall. Kein einziges Haar auf meinem Kopf glaubt daran.”

Am Freitag rechtfertigte sich Griekspoor auf der Social-Media-Plattform X für seine kontroversen Aussagen: “Normalerweise äußere ich mich hier nicht, aber das gerät langsam außer Kontrolle. Ich habe nur gesagt, dass es wegen des endlosen Balltippens schwer anzusehen war. Ich kann Sacha für das, was er das ganze Jahr über geleistet hat, nur loben.”

von Nikolaus Fink

Freitag
18.09.2026, 17:25 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.09.2026, 17:18 Uhr