Jannik Sinner: Alles wieder im Lot - und wie!
Mit seinem zweiten Wimbledon-Sieg in Folge hat Jannik Sinner seinen Status als aktuell bester Tennisspieler der Welt zementiert.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
12.07.2026, 23:23 Uhr

Waren das schon wieder sanfte Grüße aus Paris, die sich da im Gesicht von Jannik Sinner zu Beginn des vierten Satzes gegen Alexander Zverev im gestrigen Wimbledon-Finale abgezeichnet hatten? Mehrmals schien der Weltranglisten-Erste ein wenig irritiert zu sein, nahm sich für seine Aufschläge mehr Zeit als sonst (wiewohl nicht ganz so lange wie Zverev - aber das ist ein anderes Thema). So ähnlich hatte ja auch das Unheil gegen Juan Manuel Cerundolo in Roland-Garros seinen Lauf genommen.
Diesmal aber blieb Jannik Sinner aber stabil. Und gewann ein Match, das eine ganze Tube Balsam auf die Wunden gewesen muss, die sich vor etwa fünf Wochen aufgetan haben. Denn so toll sich die Erfolge bei den 1000ern in Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid und Rom auch in jeder Bilanz machen - den ganz großen Preis wollte Jannik Sinner diesmal in der französischen Hauptstadt holen.
Sinner mit dem Aufschlag immer besser
Als das nicht geklappt hat, sind leichte Zweifel am eigentlich doch so überragenden Südtiroler aufgekommen. Denn auch in Shanghai im vergangenen Jahr und bei den Australian Open 2026 hatte Sinner ja mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Da passte ein blutiger Schuh wie im Auftaktmatch gegen Miomir Kecmanovic ganz prächtig ins Bild.
Dieses Match hat allerdings gefühlt vor einer halben Ewigkeit stattgefunden. Und all die spielerischen Mängel, die Sinner ob seiner schmucklosen Erfolge in den folgenden Runden in Wimbledon unterstellt wurden, mussten mit dem Sieg gegen Novak Djokovic ruckzuck zu den Akten gelegt werden.
Denn gegen Alexander Zverev hat Jannik Sinner nun nicht nur zehn Matches in Folge gewonnen. Sondern auch eine unglaublich konzentrierte Leistung gezeigt, übrigens ohne auch nur ein einziges Mal seinen Aufschlag abzugeben. Und gerade dieser Schlag sollte der Konkurrenz erste Sorgen machen: Denn neben seinen ganz offensichtlich noch vorhandenen Qualitäten an und hinter Grundlinie darf Sinner immer öfter auf freie Punkte mit dem Service zählen. Und diese Komponente macht ihn auch in den kommenden Turnieren zum großen Favoriten.
Hier das Einzel-Tableau in Wimbledon
