Kim Clijsters' Comeback im Tennis: "Mein persönlicher Marathon"

Kim Clijsters plant ein erneutes Comeback - nach knapp acht Jahren Pause und als dreifache Mutter. Warum sie es noch mal wissen will?

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 15.09.2019, 13:50 Uhr

© getty
Kim Clijsters, Andy Roddick

Beweisen wolle sie niemandem etwas, sagte Clijsters in einem Podcast der WTA. "Es ist für mich einfach eine Herausforderung."/

Acht Jahre war Clijsters bereits wieder im Ruhestand, ihr letztes Match eine Niederlage bei den US Open 2012 gegen die Britin Laura Robson.

"Ich habe Freunde, die sagen: Ich möchte einen Marathon laufen, bevor ich 50 bin", so Clijsters. "Ich hingegen liebe es einfach noch, Tennis zu spielen. Wenn ich bei den Legendenspielen bei den Grand Slams bin und jemand fragt: Willst du ein paar Bälle spielen? Da bin ich als Erste am Start." Die Rückkehr auf die Tour, "das ist mein Marathon", sagte die 36-Jährige.

Clijsters hatte ihrer "erste" Karriere 1997 begonnen und 2005, mit nur 23 Jahren, ihren Rücktritt verkündet. 2009 folgte dann das erste Comeback, bei dem sie mit der erst dritten Turneirteilnahme sensationell die US Open gewann, unter anderem nach Siegen über Serena Williams und Caroline Wozniacki. Die Bilder mit Töchterchen Jada bei der Siegerehrung gingen hierbei um die Welt. 2010 verteidigte sie ihren Titel und schaffte es kurz nach dem Sieg bei den Australian Open 2011 wieder an die Weltranglistenspitze.

Tochter Jada gibt ihr Okay

Sie habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder mit dem Gedanken an ein Comeback gespielt, ihn aber dann verworfen - mit mittlerweile auch drei Kindern. Im Januar hingegen, bei einem Trip zu den Australian Open, sei die Überlegung konkreter geworden. Sie habe auch Jada, mittlerweile 11 Jahre alt, gefragt, ob sie sich diesen Lebensstil - Fliegerein, Leben im Hotel - vorstellen könnte. Antwort: "Ja, ich liebe das!"

Die letzten Monate seien hart gewesen, aber sie fühle sich energetischer als zuvor, "weil ich mehr auf mich selbst achte", so Clijsters. Das habe sie zuvor etwas vernachlässigt mit dem Leben für die Familie und ihre Academy.

Beim Comeback an ihrer Seite ist wieder Fitnesscoach Sam Verslegers, mit dem sie an ihrer Kraft und Flexibilität arbeite. Clijsters war früher bekannt für ihren Spagat auf dem Court.

Wobei Clijsters noch eine Sache zu denken gab: Bei einem Marathon ziehe man nicht ein derartiges Medieninteresse auf sich wie beim Tennis. "Das war der schwierigste Teil für mich. Ich weiß, dass ich damit umgehen kann. Aber mit den Kids ist das etwas anderes." Neben Jada ist Clijsters auch die Mutter von Jack (5 Jahre) und Blake (2 Jahre). Vater ist Ex-Baskeballprofi Brian Lynch. Steve Simon von der WTA habe ihr aber versprochen, alles dafür zu tun, um die Kinder zu schützen.

Was Hobbys und Schule angehe, solle sich auch nichts ändern. "Ich werde einfach etwas öfter aus dem Haus sein. Und wenn etwas mit den Kids nicht passt, spiele ich nicht. Dann warte ich, bis es passt." Zumal Clijsters nicht die Pflicht habe, eine bestimme Anzahl an Turnieren zu spielen. "Sonst hätte ich gesagt: Nein, dann mache ich das nicht."

Hält Clijsters noch mit?

Etwas Respekt habe sie immer, wenn sie Tennis schaue. Auch schon zu Zeiten, in denen sie in Top 5 der Welt gestanden habe. Sie habe immer gedacht: Oha, diese und jene Spielerin bewegt sich so gut, schlägt den Ball so hart und spielt so variabel. Sobald sie aber auf der anderen Seite gestanden habe, sei es okay gewesen.

Der Start der dritten Karriere sei zwar für 2020 geplant, aber Clijsters will nichts überstürzen. "Wenn ich im Dezember spüre, dass ich noch nicht annähernd da bin, wo ich hin will, hole ich nicht die Brechstange raus." Aber: "Ich habe ja ohnehin noch dreieinhalb Monate vor mir."

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von Florian Goosmann

Sonntag
15.09.2019, 13:35 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.09.2019, 13:50 Uhr