Kritik am Terminplan? Es bleibt ein fader Beigeschmack

Mit den zweiwöchigen Masters-Turnieren sind die wenigsten Top-Profis happy. Manche Kritik darf aber hinterfragt werden.

von SID
zuletzt bearbeitet: 03.08.2026, 14:32 Uhr

Für den Six Kings Slam haben die Topstars immer gerne Zeit
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Für den Six Kings Slam haben die Topstars immer gerne Zeit

An der Masters-Kritik von Alexander Zverev ist durchaus was dran. Warum müssen die 1000er-Turniere über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen gestreckt werden? Der Tennis-Kalender ist zu voll, da ist es am Ende ja nur logisch, wenn Topstars wie Jannik Sinner und Novak Djokovic absagen und sich in Ruhe auf die prestigeträchtigen Grand-Slam-Events vorbereiten. Wer erinnert sich schließlich an den letzten Sieger des Masters in Montréal?

Zwingen kann man die großen Namen nicht. Und auch die Einführung möglicher finanzieller Sanktionen wird in der Zukunft am Gesamtbild kaum was ändern, das hat Zverev richtig erkannt. Dafür haben Sinner, Djokovic, Carlos Alcaraz und Co. schon zu viel Geld verdient, das werden sie weiterhin tun - mit oder ohne Masters-Teilnahmen. Nur eine Entschlackung des Formats - zurück zu einer Woche - kann helfen.

“Sportswashing” steht im Raum

Ein Beigeschmack hinterlässt die erneute Absagewelle aber trotzdem, da kann Zverev noch so viel Kritik am Format ausüben und die Abwesenheit seiner berühmten Kollegen entschuldigen. Denn während die Stars nicht in Montréal oder wo auch immer spielen wollen, bleibt für ein umstrittenes Showturnier wie dem Six Kings Slam in Saudi-Arabien dann doch wieder die Zeit. Wer gehört da unter anderem neben Zverev zum Starterfeld? Sinner. Djokovic. Alcaraz.

Die Ansetzung Ende Oktober im Vergleich zu einer wenige Wochen vor dem letzten Major des Jahres ist natürlich ein Faktor. Und dennoch wirft die Zusage für ein sportlich bedeutungsloses Turnier, in einem Land, dem immer wieder "Sportswashing" vorgeworfen wird, die Frage auf: So schlimm sind der Terminstress und die Ermüdung dann vielleicht doch nicht?

Ja, die Verantwortlichen müssen sich überlegen, ob man nicht wieder den Schritt zu einem einwöchigen Format zurückgeht. Doch solange die Stars weiter genüsslich Geldsummen an anderer Stelle annehmen, dürfen sie sich auch nicht als Leidtragende der Situation hinstellen.

von SID

Montag
03.08.2026, 17:30 Uhr
zuletzt bearbeitet: 03.08.2026, 14:32 Uhr