Lieber „Käthchenstadt“ als „Ewige Stadt": Daniel Altmaier steht in Heilbronn im Halbfinale

Kurz vor dem Höhepunkt der Sandplatzsaison nimmt Daniel Altmaier richtig an Fahrt auf. Deutschlands Nummer drei ist in dieser Woche auf Jagd nach seinem ersten NECKARCUP-Titel und hat mit überzeugenden Leistungen und ohne Satzverlust das Halbfinale erreicht.

von Florian Heer aus Heilbronn
zuletzt bearbeitet: 13.05.2022, 12:16 Uhr

Daniel Altmaier
© Seventy4 Studio
Daniel Altmaier

Nach Siegen über den Argentinier Facundo Mena und Constant Lestienne aus Frankreich besiegte Altmaier am Donnerstagnachmittag mit Thiago Tirante einen weiteren Gaucho. Der 23-Jährige benötigte hierfür gerade mal 1 Stunde und 13 Minuten, ehe er die Nummer 208 der Welt mit 6:3, 6:2 besiegt hatte.

„Ich habe von Anfang an solide gespielt und bin definitiv zufrieden, wie es gelaufen ist“, so Altmaier, der bisher bei seiner fünften Turnierteilnahme in Heilbronn noch keinen einzigen Satz abgegeben hat und vor Selbstvertrauen strotzt. Beispiel für die derzeit „breite Brust“ des Kempeners: In dem Spiel des zweiten Satzes, dass ihm letztendlich den Sieg brachte, lag er bereits mit 0:40 zurück, holte dann aber fünf Punkte am Stück zum Matchgewinn.

Südamerikanische Expertise in der Box und Abschied von der Challenger-Tour

Mit Coach Francisco Yunis wird Altmaier selbst von einem Argentinier betreut.

„Natürlich kennen wir die südamerikanischen Spieler, was sicherlich kein Nachteil ist und erleichtert die Vorbereitung auf solche Matches“, erklärt die Nummer 66 der Welt. Eine Position, die es ihm auch erlaubt hätte beim gleichzeitig stattfindenden ATP-Masters 1000 in Rom anzutreten.

Für diese Woche lautete Altmaiers Devise allerdings: lieber „Käthchenstadt“ als „Ewige Stadt“. „Ich habe in den letzten Wochen noch etwas an meinem Spiel probiert und hoffe, dass dies meine letzte Woche auf der Challenger-Tour sein wird. Das ist zumindest das Ziel. Ich möchte eine ordentliche Performance ablegen und dabei jeden Gegner ernst nehmen, da viele gute Spieler mit am Start sind.“

Zweifelsfrei gilt für Altmaier sich in nächster Zeit auf der ATP-Tour zu etablieren. „Jetzt muss ich aber vorerst die guten Leistungen bestätigen und den Titel gewinnen. Dafür bin ich hier angetreten.“

Mit Blick auf Roland-Garros und das anstehende Halbfinale

Bereits bei seinem fantastischen Lauf von der Qualifikation bis ins Achtelfinale der French Open 2020 haben gute Ergebnisse auf Challenger-Ebene im Vorfeld zum Erfolg beigetragen.

„Es ist noch zwei Wochen hin. Das hört sich nach einer langen Zeit an. Tatsächlich bedeutet das für mich allerdings noch zwei weitere Turniere, die ich bis dorthin bestreiten werde. Darauf liegt der Fokus, um einen positiven Schwung mit nach Paris zu nehmen und dort wieder erfolgreich zu sein.“

Und zunächst steht noch das Semifinale in Heilbronn an. Dort geht es nun gegen den Kolumbianer Daniel Elahi Galan, der sich in drei Sätzen gegen den Taiwanesen Chun-hsin Tseng durchsetzen konnte. 5:7, 6:3, 6:4 hieß es am Ende für den NECKARCUP-Finalisten des Vorjahrs.

Einmal sind sich Altmaier und Galan bisher auf dem Platz gegenübergestanden. Galan erinnert sich: „Das war ein mega hartes Match 2021 in Santiago über zweieinhalb Stunden. Am Ende konnte ich den dritten Satz mit 7:5 für mich entscheiden.“

Im zweiten Halbfinale trifft der slowakische Routinier Andrej Martin auf das tschechische Toptalent Jonas Forejtek.

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von Florian Heer aus Heilbronn

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13.05.2022, 11:23 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.05.2022, 12:16 Uhr