Starker Anstieg der Verletzungen - Patrick Mouratoglou erkennt ganzheitliches Problem
Die Zahl der Verletzungen nimmt stark zu, wie eine Statistik der Spielervereinigung PTPA zeigt. Starcoach Patrick Mouratoglou schläget daher jetzt Alarm. Es gibt viele verschiedene Events und alle kochen ihr eigenes Süppchen. Doch wie lange geht das noch gut, wenn die Gesundheit der Spieler weiterhin so drastisch abnimmt?
von Daniel Hofmann
zuletzt bearbeitet:
27.08.2026, 11:08 Uhr

Starcoach Patrick Mouratoglou kommt ja sehr gerne meinungsstark daher. Nun hat der Franzose zur aktuellen Entwiclung zu den Verletztungen und Absagen vieler Weltklassespieler eine eigene Theorie, die nicht nur den engen Terminkalender umfasst, sondern auch die Veränderung des Spiels beleuchtet, die der Tennissport in den letzten Jahrenzehnten durchlaufen hat.
Denn die Intensität und taktische Ausrichtung des Spiels ist für Patrick Mouratoglou ein springender Punkt in der Analyse:"Die Spieler spielen größtenteils von der Grundline, mit harten Grundschlägen und einer hohen Intensität." Die Belastungen im Oberköperbereich nehmen dadurch zu. Die Spielervereinigung PTPA veröffentlichte zuletzt eine Statistik, die einen Anstieg im ersten Quartal des Jahres von Verletzungen im Oberkörperbereich von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dokumentiert.
Armverletzungen mehr als verdoppelt
Noch extremer ist die Veränderung bei Armverletzungen. Um mehr als 112 Prozent stiegen die Verletzungen in diesem Bereich. Laut Mouratoglou spielen dabei die Bälle eine Rolle, die “von einem zum anderen Turnier unterschiedlich sind” und damit die Profis von Woche zu Woche neu belasten. Diese Kritik ist auch von Spielern oft zu hören, die zudem eine abnehmende Qualitätin Form eines schnelleren Verschleißes kritisieren.
Übrigens hat auch die Anzahl der Spielaufgaben im ersten Quartal des laufenden Jahres laut PTPA stark zugenommen, wenn man die ersten drei Monate der vorherigen Saison zum Vergleich heranzieht. Um 55 Prozent mehr Matches gingen ohne echten Matchball auf der Tour zu Ende. Auch das ist ein klares Indiz dafür, dass die Belastung der Tennisprofis das Limit der Zumutbarkeit langsam übersteigt.
ATP, WTA, ITF und Grand Slams - Wer reagiert zuerst?
Die Zahlen zeigen auf, dass die Organisatoren der Touren und der großen Events zunehmend unter Druck geraten und etwas verändern müssen. Doch das ist natürlich nicht so einfach. Schon beim Thema Bälle wird es keine einheitliche Lösung geben, die die ATP, die WTA, die ITF in Sachen Nationenwettberbe nd natürlich die vier Grand Slams allesamt eigenständig agieren. Mit Reduzierungen im Kalender ist daher noch weniger zu rechnen, denn niemand möchte seine Position schwächen.
Vielleicht müssen also die Verletzungen und damit verbundenen Absagen von Stars bei den großen Events vorerst weiter zunehmen, damit die verschiedenen Organisationen einen Handlungsbedarf erkennen. Denn wenn sich die Anzahl der Events im Männerbereich ohne Spieler wie Jannik Sinner oder auch Carlos Alcaraz häufen, stehen die Veranstalter unter Zugzwang.
