Novak Djokovic könnte ohne Linienrichter leben
Novak Djokovic hat sich als Fan des elektronischen Line-Callings positioniert.
von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet:
05.10.2020, 14:35 Uhr

Dass sich Novak Djokovic ohne Linienrichter das Leben leichter machen würde, nun ja... nach den Geschehnissen von New York irgendwie kein Wunder.
Djokovic hatte im Rahmen der French Open in einem kleinen Frustanfall einen Ball in Richtung Bande geschlagen, ohne Blickkontakt, und eine Linienrichterin getroffen. Die Folge: Der Djoker wurde disqualifiziert, ein möglicher US-Open-Titel war dahin.
Am Gefallen des elektronischen Line-Callings, wie in New York auf den Außenplätzen umgesetzt, hat Djokovic aber unabhängig davon Gefallen gefunden. Bei allem Respekt für die Tradition und die Kultur in diesem Sport: Er sehe keinen Grund dafür, warum man es in Sachen Linienrichter nicht halten könne wie in New York während des Cincinnati-Turniers und der US Open.
Djokovic mag's modern, Muguruza liebt die Tradition
"Die Technik ist mittlerweile so ausgereift, da gibt es keinen Grund dafür, noch Linienrichter auf dem Platz zu haben. Das ist zumindest meine Meinung", sagte Djokovic. Natürlich verstehe er, dass die Technik teuer sei, wirtschaftlich sei es also eine Frage der Umsetzung. Früher oder später gehe es aber in diese Richtung, so der Weltranglisten-Erste. "Ich wäre zudem weniger der Gefahr ausgesetzt, das zu tun, was ich in New York getan habe", spielte er grinsend auch auf seine versehentliche Abschuss-Aktion an.
Nicht jeder sieht die Sache jedoch so wie der 17-fache Major-Champ. Garbine Muguruza zum Beispiel. Mit dem Hawk-Eye könne man natürlich alles moderner machen und alles genau klären. Sie sei aber Traditionalistin, "ich mag es, Linienrichter und Schiedsrichter zu haben, ich mag die Dinge wie in alten Zeiten", so die Spanierin. Nur ein Lautsprecher, der über den Ball im oder außerhalb des Feldes entscheide? "Dann wären wir ja noch alleiner da draußen."
