Rafael Nadal - Totgesagte leben länger

Rafael Nadal wird das Jahr 2019 erneut als Weltranglistenerster abschließen. Und das, obwohl ihm viele Kritiker ein frühes Karriereende prognostiziert hatten.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 19.11.2019, 13:26 Uhr

Rafael Nadal
© Getty Images
Rafael Nadal

Als Rafael Nadal am Freitag nach seinem Sieg gegen Stefanos Tsitsipas zum fünften Mal zur offiziellen Nummer eins am Jahresende erklärt wurde, wirkte der Mallorquiner so gelöst wie selten zuvor in dieser Spielzeit. Immer wieder waren Nadal auch 2019 Zweifel überkommen, ob sein Körper den Strapazen des Touralltags nun endgültig Tribut zollen müsse.

Speziell rund um das Event in Monte Carlo seien diese besonders laut geworden, erklärte Nadal in der Londoner O2 Arena. "Ohne die Unterstützung der Leute in meiner Box wären die Dinge in diesem Jahr anders verlaufen. Sie haben mich motiviert, weiterzumachen. Ich kann ihnen nicht genug danken", spielte der 33-Jährige auf die schwierige Zeit nach neuerlich aufgetretenen Knieproblemen beim Turnier in Indian Wells an.

Doch Nadal schaffte wieder einmal eines seiner beeindruckenden Comebacks und holte sich sowohl in Roland Garros als auch bei den US Open den Titel. Insgesamt fuhr der Spanier in dieser Spielzeit vier Turniersiege ein, zudem verlor der zwölffache French-Open-Sieger nur sieben seiner 60 Matches auf der Tour.

Auf einer Stufe mit Federer und Djokovic

Somit wird Nadal auch das Jahr 2019 als Branchenprimus abschließen. Insgesamt gelang dies dem 19-fachen Grand-Slam-Sieger bereits fünfmal und damit ebenso oft wie Novak Djokovic und Roger Federer. Jedoch wird Nadal der erste Spieler sein, der in drei verschiedenen Jahrzehnten von der Spitze der Weltrangliste lächelt.

Und das, obwohl dem 33-Jährigen von fast allen Seiten ein frühes Karriereende prophezeit worden war. Aufgrund seiner defensiven Spielweise und der Verletzungsanfälligkeit schienen diese Prognosen durchaus logisch. Doch Nadal strafte all seine Kritiker Lügen, agierte im Laufe seiner Karriere immer aggressiver und zählt auch im Herbst seiner Laufbahn zu den besten Spielern auf der Tour.

Nichts ist unmöglich

Dies scheint selbst Nadal selbst etwas zu überraschen: "Ich bin super happy. Nach all dem, was ich durchmachen musste, hätte ich nie gedacht, diese Trophäe mit 33,5 Jahren in meinen Händen halten zu dürfen. Das ist sehr emotional für mich. Ohne meine Familie wäre das unmöglich gewesen."

Unmöglich scheint für Nadal dieser Tage aber rein gar nichts mehr. Nur ein Grand-Slam-Titel fehlt ihm auf Roger Federers Rekord, diesen wird "Rafa" bereits bei den Australian Open 2020 attackieren. Zuzutrauen ist dem Mallorquiner der Sieg in Melbourne auf jeden Fall - das weiß man spätestens seit dieser Saison. Denn Totgesagte leben bekanntlich länger. Für niemanden scheint dies mehr zu gelten als für Rafael Nadal.

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von Nikolaus Fink

Dienstag
19.11.2019, 13:32 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.11.2019, 13:26 Uhr

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