Realistisch oder doch Utopie? Sinner jagt Djokovics Punkterekord

Jannik Sinner hat ein außergewöhnliches Tennis-Halbjahr hinter sich. Nach sechs Turniersiegen inklusive dem Wimbledon-Titel stellt sich nun sogar die Frage: Kann der Weltranglistenerste etwa Novak Djokovics ATP-Punkterekord aus dem Jahr 2015 knacken?

von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet: 23.07.2026, 19:45 Uhr

© Getty Images
Jannik Sinner muss quasi alles gewinnen, um Djokovics Punkterekord zu knacken.

Die Ausgangslage ist klar. Nach seinem Wimbledon-Triumph steht Sinner bei 7.950 Punkten für die Saison, der Rekord von Novak Djokovic aus dem Jahr 2015 liegt bei 16.780 Punkten. Somit fehlen dem Italiener noch 8.830 Zähler. 

1.730 Punkte Rückstand

Der direkte Vergleich mit Djokovics einstiger Traumsaison zeigt, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist. Zum gleichen Zeitpunkt der Saison 2015 hatte der Serbe ganze 9.680 Punkte gesammelt. Die Differenz Zwischen Djokovics damaligem Wert und Sinners aktuellem Stand beträgt also 1.730 Punkte. Eine denkbar schwierige Herausforderung für den Südtiroler, aber – angesichts der derzeitigen Sinner-Dominanz - nicht komplett utopisch.

Wie könnte es mit dem Punkterekord tatsächlich klappen? Nun, zunächst einmal müsste Sinner seine unglaubliche Sieges-Serie auf Masters-1000er-Ebene (er gewann die letzten sechs Events) ausbauen und sämtliche 1000er-Titel des Jahres abräumen. Neben den anstehenden Masters 1000-Events in Kanada und Cincinnati stehen noch die Turniere in Shanghai und Paris an. Ein Triumph bei den US Open, für den es 2000 Punkte gäbe, wäre ebenfalls Pflicht.

Zusätzlich müsste Sinner noch drei ATP 500er-Titel holen. Mögliche Turniere, bei denen der Südtiroler diese Vorgabe erreichen könnte, sind Peking, Tokio, Basel oder Wien.

ATP-Finals als Zünglein an der Waage?

Gelingt dem 24-Jährigen auch dies, würden am Saisonende die ATP-Finals in Turin zum Zünglein an der Waage werden. Läuft alles perfekt und gewinnt Sinner die Finals ungeschlagen, kämen 1500 weitere Punkte zum Punktekonto hinzu. Am Ende würde der Weltranglisten-Erste dann bei 16.950 Punkten stehen. Das wären 170 Zähler mehr als Djokovic in seiner Fabelsaison 2015 aufzuweisen hatte. 

Kurz gesagt: Jannik Sinner dürfte sich bis zum Ende des Jahres kaum mehr eine Niederlage leisten, um Djokovics Rekordmarke zu knacken. Dass der Südtiroler Ende Juli aber überhaupt noch die theoretische Chance darauf hat, den Fabelrekord zu brechen, spricht bereits für seine außergewöhnlichen Leistungen in diesem Tennisjahr.

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