Robin Söderling sieht für das schwedische Tennis schwarz

Robin Söderling, French-Open-Finalist von 2009, hat eine ernüchternde Bilanz über den aktuellen Zustand des schwedischen Profitennis gezogen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 24.09.2026, 19:28 Uhr

Robin Söderling bei den French Open 2009
© Getty Images
Robin Söderling bei den French Open 2009

2009 hat Robin Söderling ein bisschen Tennisgeschichte geschrieben. Denn der Schwede war der erste Kontrahent überhaupt, der Rafael Nadal bei den French Open besiegen konnte. Danach erreichte Söderling sogar das Endspiel, verlor dieses aber gegen Roger Federer. Aber immerhin: Damals gab es noch Spieler aus Schweden, die potenziell in die Fußstapfen von Björn Borg, Mats Wilander oder Stefan Edberg treten konnten.

Das ist längst Geschichte, die einstmals große Tennisnation Schweden spielt international keine Rolle mehr. Elias Ymer liegt aktuell auf Position 190, aber Ymer ist halt auch schon 30 Jahre alt. Und hat ein Karriere-Hoch von Platz 105 in seiner Vita stehen. Der um zwei Jahre jüngere Bruder Mikael stand schon mal auf Rang 50, hat seine Karriere de facto aber beendet.

Söderling gibt dem Verband Ratschläge

Diese Flaute stößt Robin Söderling sauer auf. „Es muss sich etwas im schwedischen Tennis ändern“, schreibt Söderling also bei Instagram. „Und zwar bis ganz untersten Level. Auf der Seite der Männer haben wir 27- bis 30-Jährige, die sich immer noch Tennis-Profis nennen, dabei aber Probleme haben, bei einem Future mehr als ein paar Matches zu gewinnen. Die Ymer-Brüder haben dieses Stadium vor zehn Jahren überwunden.“

Und Söderling legt nach. „Was denkt sich ein Spieler, der bald 30 wird und in den Rankings um Platz 1.000 steht eigentlich? Ich mache einfach das weiter, was ich meine Karriere lang gemacht habe und es wird schon alles gut werden?“ Letzteres war natürlich rhetorisch gefragt. Ein Vorschlag von Robin Söderling ist, dass der Verband mehr erfahrene Spieler mit in die Trainingsarbeit einbezieht. Und dass ein klarer weg aufgezeigt wird, wie man es vom „Grassroot Level“ bis auf die ATP-Tour schafft.   

von Jens Huiber

Freitag
25.09.2026, 09:48 Uhr
zuletzt bearbeitet: 24.09.2026, 19:28 Uhr