Roger Federer nach Wimbledon-Aus: „Das Ziel ist es, weiterzuspielen“
Roger Federer war nach seinem am Ende glatten Aus in Wimbledon gegen Hubert Hurkacz enttäuscht – weiß jedoch, woran er arbeiten muss.
von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet:
08.07.2021, 09:48 Uhr

3:6, 7:6 (4), 0:6 – so die vor allem am Ende glatten Zahlen aus Roger Federers Sicht im Wimbledon-Viertelfinale am Mittwochabend. War es Federers letzter Auftritt in Wimbledon? Es war die Frage aller Fragen. Und eine Antwort: Konnte nicht mal Federer geben.
„Ich weiß es wirklich nicht. Ich würde es gerne noch mal spielen, aber in meinem Alter weiß man nie, was kommt“, sagte er in der Pressekonferenz nach dem Aus. Das ursprüngliche Ziel nach seiner Verletzung sei es ja gewesen, zum Wimbledonturnier 2020 wieder fit zu werden – es reichte bei weitem nicht, Wimbledon allerdings fiel im Vorjahr dann ohnehin aus. Selbst in diesem Jahr habe es nur knapp geklappt für ihn, so Federer, der im Vorjahr zwei Knie-Operationen über sich ergehen lassen musste.
Er müsse nun ein paar Tage Abstand nehmen, mit dem Team sprechen, der Familie, sich fragen, wohin die Reise gehe, ob sie weiter gehe, sagte Federer. Die große Frage: „Was muss ich tun, um besser in Form zu kommen?“ Immerhin, der Körper fühle sich gut an. „Aber ich muss ein besserer Spieler werden, wenn ich mit den besten Spielern mithalten will. Das hat mir Felix in Halle gezeigt und Hubert hier.“
Speziell im Defensivbereich müsse er sich verbessern, erklärte Federer weiter, er könne sich noch immer noch nicht so bewegen, wie er gerne wolle. "Es fehlen mir einige Dinge, die vor 10, 15 oder 20 Jahren sehr einfach und normal für mich waren. Aktuell gelingen sie mir nicht automatisch." Er müsse sich zu oft selbst daran erinnern: Tue dies, tue das. "Ich habe viele Ideen auf dem Platz, aber manchmal kann ich nicht das tun, was ich möchte. Das ist eine merkwürdige Situation."
Federer: Rücktritt offenbar kein Thema
Ob auch ein Rücktritt ein Thema sei? „Nein“, so Federer, „es geht um Perspektive.“ Das sei auch während seiner Rehazeit der Fall gewesen, er habe ein Ziel gebraucht, das sei Wimbledon gewesen. „Jetzt muss ich schauen, was gut lief, was nicht, wie das Knie aussieht, der Geist. Aber das Ziel ist natürlich, weiterzuspielen.“ Wimbledon sei der erste wichtige Schritt gewesen. Ob er an den Olympischen Spielen teilnimmt, wolle er in den kommenden Tagen entscheiden.
Trotz der klaren, sachlichen Worte: Federer wirkte traurig – und er war es, wie er gestand. „Ich war sehr enttäuscht in dem Moment, bin es noch. Andererseits fühlt man, als ob ein Gewicht wegfällt nach einem Turnier. Ich fühle mich komplett erschöpft, ich könnte gerade ein Nickerchen halten.“
Er werde nun hart mit sich ins Gericht gehen, aber bald auch wieder happy sein. „Ich weiß, wie ich in solchen Situationen bin.“
