Sabalenka droht mit Grand-Slam-Boykott: "Ohne uns gibt es keine Show!"
Aryna Sabalenka bringt nun offen einen Boykott der Grand Slams ins Spiel. Im Zentrum steht ein Dauerstreit der ATP- und WTA-Spieler um das liebe (Preis)Geld.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
05.05.2026, 20:28 Uhr

Vor dem Start der Italian Open machte Weltranglistenerste Aryna Sabalenka ernst. Im aktuellen Streit um höhere Preisgelder auf der ATP- und WTA-Tour betrachtet sie Geduld nicht länger als valide Option. Wenn sich strukturell nichts ändere, könnten die Spielerinnen und Spieler gezwungen sein, die größten Turniere der Welt zu boykottieren.
“Wir sind das Produkt”
Sabalenkas Argumentation: Ohne die Spieler gebe es keine Tickets, keine TV-Rechte, keine globale Aufmerksamkeit, keinen Hype und eben auch kein Geld für die Turnierorganisation. Gemeinsam mit Stars wie Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Coco Gauff kritisiert sie, dass trotz steigender Gesamtumsätze der Anteil der Athleten nicht im gleichen Maß wachse. Besonders bei den French Open wäre sogar eine rückläufige Beteiligung erkennbar.
Weniger Anteil trotz mehr Geld?
Die Turnierorganisatoren hingegen verweisen auf steigende Preisgelder und Rekordsummen. Doch genau an diesem Punkt setzen die Spieler an: Entscheidend sei nicht die absolute Höhe, sondern der prozentuale Anteil am Gesamtumsatz. Wenn der „Kuchen“ größer wird, die Spieler aber relativ weniger davon bekommen, entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht.
Verständnis und Kritik
So nachvollziehbar die Forderung nach mehr Mitsprache und fairer Verteilung ist, so kritisch wird sie mitunter von außen betrachtet. Sabalenka selbst hat im vergangenen Jahr Preisgelder in Millionenhöhe erspielt, ebenso Sinner, Alcaraz und Co. Kein Wunder also, dass die Diskussion für viele Beobachter abgehoben wirkt. Zudem argumentieren Kritiker, dass zusätzliche Mittel vor allem Spielern außerhalb der Top 50 zugutekommen sollten, die tatsächlich um die Finanzierung ihrer Karriere kämpfen.
Machtkampf mit offenem Ausgang
Die Grand-Slam-Turniere halten indes an den bisherigen Strukturen fest. Offensichtlich halten sie die Androhungen eines Boycotts für hohle Phrasen. So lange das Geschäftsmodell funktioniert, wird es auch nicht infrage gestellt. Denn wie heißt es so schön im Sport: Never change a winning team.
