Schicke Einstimmung auf erstes Fed-Cup-Duell: Schüttler und Co. wollen nach Budapest

Alles neu beim Fed Cup: Erstmals mit Kapitän Rainer Schüttler starten die deutschen Damen in den reformierten Wettbewerb. Auch ohne Angie Kerber und Co. soll in Brasilien der Einzug ins Finalturnier gelingen.

von SID
zuletzt bearbeitet: 07.02.2020, 08:51 Uhr

Rainer Schüttler folgt Jens Gerlach nach
© Jürgen Hasenkopf
Rainer Schüttler

Rainer Schüttler und seine Tennis-Ladies hatten sich rausgeputzt. In schicker Abendgarderobe und lockerer Atmosphäre stimmte sich der neue Fed-Cup-Kapitän mit seinem Team beim "Official Dinner" in Florianopolis auf die Erstrundenpartie gegen Brasilien ein. Das Ziel ist klar: Ein Ticket für das Finalturnier in Budapest.

Nicht nur die Schnappschüsse des Abends beweisen, dass die Harmonie zwischen Schüttler und seinen Spielerinnen passt. "Es ist auch lustig, wir haben viel Spaß bei den Abendessen", sagte der 43-Jährige dem SID vor dem Start in den Wettbewerb am Freitag (16 Uhr/Sportdeutschland.tv).

Schüttler, einst langjähriger Davis-Cup-Spieler, reizt die Aufgabe, im Team etwas zu reißen. "Es ist eine ganz andere Gruppendynamik da, als wenn man allein reist", sagte der Australian-Open-Finalist von 2003. Dass mit Angelique Kerber, Julia Görges und Andrea Petkovic die bekanntesten Namen bei seinem ersten Einsatz in neuer Rolle fehlen, bremst den Optimismus nicht. Auch so sieht der Kapitän die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) "von der Papierform her" als Favorit. 

Siegemund beginnt am Freitag

Dies in Ergebnisse umsetzen müssen Laura Siegemund, Tatjana Maria, Anna-Lena Friedsam und Antonia Lottner gegen die Außenseiterinnen, die in Gabriela Ce (WTA 225) ihre stärkste Spielerin haben. Den Anfang macht am Freitag Laura Siegemund im ersten Einzel gegen Teliana Pereira, anschließend spielt Tatjana Maria gegen Gabriela Ce. Der DTB plant fest mit einer Teilnahme am neugeschaffenen Finalevent in Ungarn vom 14. bis 19. April. 

Schüttler, dessen Verpflichtung der Verband im November bekannt gegeben hatte, kann dann neben Görges wohl auch wieder mit der aktuell angeschlagenen früheren Weltranglistenersten Kerber rechnen, die er von November 2018 bis Juli 2019 coachte. Das Zweitrundenaus der deutschen Topspielerin in Wimbledon sorgte für ein schnelles Ende der Zusammenarbeit

"Für mich war die Zeit mit Angie eine sehr wichtige Erfahrung", sagte Schüttler bei spox.com. Er habe unter anderem erfahren, wie groß der Unterschied zwischen der Arbeit auf der Frauen- und auf der Männer-Tour ist. So habe er unter anderem das Gefühl, "dass man bei Frauen vorsichtiger sein muss mit der Wortwahl, weil sie emotionaler sind als wir Männer". Barbara Rittner, Head of Women's Tennis des DTB und in Brasilien vor Ort, sieht Schüttler als gute Wahl, um die deutschen Damen zum Erfolg zu führen.

Sandplatz von Guga Kuerten

Die die Beziehung zur aktuell angeschlagenen Kerber ist intakt, auch zu Görges, mit der es kleinere Unstimmigkeiten im Rahmen der Nominierung für das jetzige Auftaktduell gab. Doch das hat Schüttler längst beiseite geschoben. "Wichtiger ist, dass Jule, Angie und auch Andrea Petkovic signalisiert haben, beim Finalturnier in Ungarn gerne dabei sein zu wollen, das freut mich natürlich", sagte er. 

Zunächst gilt der volle Fokus der Pflichtaufgabe in der Regenzone von Florianopolis. Seit der Ankunft des DTB-Trosses regnet es immer wieder, statt auf den Außenplätzen Bälle zu schlagen, verschlug es Schüttler und seine Mannschaft zeitweise in eine Halle. Die Bedingungen seien allerdings voll in Ordnung. "Das ist ein Sandplatz von Gustavo Kuerten", berichtete Schüttler: "Er hat uns angeboten, dort zu trainieren."  

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07.02.2020, 09:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 07.02.2020, 08:51 Uhr