Serena-Hype in London: "Bin so stolz auf dich" - und trotzdem droht das Aus

Serena Williams' erster Auftritt ihres Comebacks glückt. Und doch droht der Tennisikone in London ein bitteres Aus.

von SID
zuletzt bearbeitet: 10.06.2026, 20:22 Uhr

Serena Williams sorgt mit ihrem Comeback für viel Aufregung.
© Getty Images
Serena Williams sorgt mit ihrem Comeback für viel Aufregung.

Serena Williams knuddelte glücklich ihre Töchter, ließ sich auf dem schmucken Centre Court des Londoner Queen's Club feiern - und ließ dann ihren typischen Ehrgeiz durchblicken. "Insgesamt war es in Ordnung", sagte die Tennisikone mit etwas Abstand zu ihrem ersten Auftritt im Unruhestand und gab sich die Schulnote 3. "Sei nicht zu kritisch mit Dir", meinte Doppelpartnerin Victoria Mboko.

Immerhin hatte die 44-jährige nach fast vier Jahren Tourabstinenz bei ihrer Rückkehr direkt ihren ersten Sieg eingesammelt. Gemeinsam mit Mboko (19) gewann die 23-malige Grand-Slam-Siegerin ihr Auftaktdoppel gegen Nicole Melichar-Martinez (USA) und Erin Routliffe (Neuseeland) mit 7:6 (7:2), 6:2. Im Viertelfinale wartet nun ein Duell mit der erfahrenen Laura Siegemund (38) und ihrer kanadischen Partnerin Leylah Fernandez. Eigentlich.

Denn ausgerechnet dieses Match geriet am Mittwochabend auf bittere Weise in Gefahr - weil Mboko ihr Achtelfinale im Einzelwettbewerb verletzt aufgeben musste. Sie rutschte in ihrer Partie gegen Karolina Pliskova hinter der Grundlinie weg. Der Ausrutscher zwang die Kanadierin beinahe in einen Spagat. Im Anschluss wurde eine Verletzung des linken Knies als offizielle Diagnose angegeben.

Ski-Ass Lindsey Vonn feiert Serena

Für die Fans wäre das Aus ihrer Ikone auf diese Weise ein fieser Dämpfer, denn der Hype in London ist enorm und Serena überall. Die Fans auf der Anlage des West Londoner Queen's Club tragen T-Shirts mit der Aufschrift "größte weibliche Athletin". Die Turnierveranstalter pushen das Comeback der Ikone in den Sozialen Medien, und auch die Promis wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Skistar Lindsay Vonn, deren ebenso großes Comeback mit schwerem Unfall bei Olympia für enorme Schlagzeilen gesorgt hatte, feiert Williams: "Ich bin so stolz auf dich. Die Größte aller Zeiten ist zurück!"

1376 Tage nach ihrem bislang letzten Match hatte Williams ihre aufwendig inszenierte Rückkehr wirklich in die Tat umgesetzt und sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer langen Wettkampfpause fit präsentiert. Klar, ihr gelang längst nicht alles, aber sie deutete mit harten Aufschlägen und krachenden Grundlinienschlägen zumindest mal ihre frühere Klasse an.

Nächste Woche mit Wildcard in Berlin

Die einstige Dominatorin der Tennistour will nach ihrem spektakulären Comeback in London in der kommenden Woche auch beim WTA-Turnier in Berlin aufschlagen. Auch in Deutschland ist sie nur im Doppel gemeldet. Eine Rückkehr auf den Court im Einzel ließ Williams bislang offen. "Im Moment ist es ein Nein. Ich habe das Gefühl, dass ich wahrscheinlich noch etwas mehr trainieren muss, wenn ich im Einzel spielen will", hatte sie vor ihrem Auftaktmatch im Queen's Club gesagt: "Wir werden sehen, ob ich es schaffe."

Motiviert ist Williams wie eh und je, vor ihren beiden Töchtern Alexis Olympia und Adira River Ohanian zu spielen, spornt sie zusätzlich an. Auch ein Start beim Klassiker in Wimbledon bleibt denkbar. Einen achten Triumph im Einzel wird sie dort wohl aber nicht mehr landen.

von SID

Mittwoch
10.06.2026, 21:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.06.2026, 20:22 Uhr