„Startzwang“? Darüber kann man in Kanada nur bitter lachen
Zum zweiten Mal in Folge muss das ATP-Masters-1000-Turnier in Kanada ohne Jannik Sinner und Carlos Alcaraz auskommen.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
27.07.2026, 08:54 Uhr

Einige Spieler werden ja nicht müde zu betonen, dass die ATP sie „zwinge“ bei bestimmten Turnieren anzutreten, ansonsten drohe eine Bestrafung. Alex de Minaur etwa gehört dieser Fraktion an, der Australier zählt andererseits aber auch zu den Vielspielern auf der Tour. Freiwillig. Was de Minaur meint: Wenn Spieler auf einen Start bei einem der acht „Mandatory“ 1000er-Events (Monte-Carlo zählt da nicht dazu) verzichtet, dann wird ihm anteilig etwas vom Bonus abgezogen, der am Jahresende für die besten ATP-Profis bei Events dieser Kategorie verteilt wird.
Es geht also „nur“ ums Geld. Wobei anzumerken ist, dass die ATP-Masters-1000-Turniere kein Startgeld an die Spieler zahlen. Wenn ein Top-Ten-Mann wie Alex de Minaur also in ´s-Hertogenbosch aufschlägt, dann klingelt schon vor dem ersten geschlagenen Ball die Kasse. In ein paar Tagen Montreal wird das nicht der Fall sein. Denn das ist ja ein Pflichtturnier.
Eigentlich.
Denn Spieler mit den Dienstjahren eines Novak Djokovic können sanktionsfrei auf eine Veranstaltung verzichten. Djokovic spielt ja ohnehin nur noch um seinen 25. Major-Titel, da kann er auf seinen anteiligen Bonus jederzeit verzichten.
Was die Veranstalter vom kanadischen Tennisverband aber massiv er ärgern wird: Dass wie schon im Vorjahr (in Toronto) weder Jannik Sinner noch Carlos Alcaraz am Start sein werden. Bei Alcaraz mag das nach der langen Verletzungspause nachvollziehbar sein, dass Sinner absagt, ist für die Fans in Montreal aber ein Schlag in die Magengrube. Aus Sicht des Südtirolers macht es natürlich Sinn, sich nach Wimbledon eine längere Pause zu nehmen. Und auch Sinner kann der Bonus längst herzlich pari sein.
Und also wird man in Kanada wohl froh sein, dass mit Alexander Zverev wenigstens ein aktueller Grand-Slam-Titelhalter aufschlagen wird. Und dass Alex de Minaur auch im Tableau vermerkt sein wird, versteht sich von selbst. Er möchte ja nicht „bestraft“ werden.
