US Open: Kevin Krawietz - „Es ist hier vom Kopf her anstrengend“
Kevin Krawietz spielt heute an der Seite von tim Pütz um den Einzug ins Viertelfinale der US Open 2026. Im Interview mit tennisnet plaudert der Münchner über die Tage in New York und seine wohl bald anstehende Partnersuche.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
08.09.2026, 09:27 Uhr

Kevin Krawietz und Tim Pütz haben heute eine anspruchsvolle Aufgabe vor sich: Für das deutsche Davis-Cup-Doppel geht es gegen Julian Cash und Lloyd Glasspool um den Einzug ins Viertelfinale der US Open 2026. Die Ausgangslage ist offen - auch wenn Krawietz und Pütz in der Setzliste ein paar Plätze vor den Briten klassiert sind. Im Interview mit tennisnet gab es für Kevin Krawietz aber nicht nur sportliche Themen.
Tennisnet: Herr Krawietz. Zwei Drei-Satz-Siege bislang. Wie ist die aktuelle Form?
Kevin Krawietz: Wir sind happy, dass wir gegen Rojer und Winegar gewonnen haben, logischerweise. Vom Leistungsniveau her noch nicht. Wir sind vom Kopf her gut da gewesen. Aber klar, es ist hier schwierig zu spielen. Wir hatten echt Probleme beim Return, fast gar keine Chancen im ersten Satz. Und im Tiebreak serviere ich zwei Doppelfehler, Pützi legt eine Vorhand ins Netz - da sind schon mal drei Punkte bei unserem Aufschlag weg. Dass wir den Satz noch gewonnen haben, war auch ein bisschen glücklich.Im zweiten Satz eine ähnliche Situation. Zum Glück sind wir in den dritten Satz gut gestartet.
Tennisnet: Sie sind schon länger auf der Tour. Gewöhnt man sich jemals an den Lärm hier in New York?
Krawietz: Die Stimmung hier auf der Anlage ist logischerweise natürlich anders als in Wimbledon. Die Leute sind lauter, grölen mehr rum. Wir hatten auch einen Fan, der im Namen von den Gegnern auffällig geworden ist. Man versucht sich schon daran zu gewöhnen, aber es ist natürlich unheimlich schwer und vom Kopf her auch teilweise anstrengend.
Tennisnet: Haben Sie noch das Gefühl, dass Tennis hier die Hauptattraktion ist?
Krawietz: Das Drumherum wird immer mehr, natürlich. Es ist immer der Fokus, jetzt nicht nur beim Tennis, sondern bei jedem Event, dass man da ein Foto macht, dort einen Insta-Post absetzt. Man sieht das an den Zahlen, viele Influencer da sind. Die Attraktion ums Tennis herum wird immer mehr, aber: Uns beeinflusst es jetzt nicht, ob wir die Main Attraction sind oder nicht. Wir versuchen unser Matches zu spielen. Und wenn Leute zuschauen, dann freuen wir uns natürlich.
Krawietz könnte sich Oberleitner als Partner nach Pütz vorstellen
Tennisnet: Eine der größten Attraktionen in diesem Jahr war das Doppel von Serena und Venus Williams. Haben sie das Match verfolgt?
Krawietz: Ich in tatsächlich im Bett mit meinem Sohn gelegen und der ist neben mir irgendwann eingeschlafen. Ich war aber auch schon extrem müde und - ich traue es mich gar nicht zu sagen - aber ich bin tatsächlich bei fünf beide eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als Shelton und Shapovalov schon gespielt haben. Aber ich habe mir die Highlights am nächsten Tag in der Früh angeschaut.
Tennisnet: Sie haben Ihre Familie in New York dabei. Was unternimmt man mit kleinen Kindern in Manhattan?
Krawietz: Tja, mit Family in New York City … ich weiß nicht, ob man das empfehlen kann. Ich freue mich natürlich, dass die dabei sind, dass ich Zeit mit ihnen verbringen kann Aber was bleibt als Aktivität übrig? Der Central Park Spielplatz! Und ich bleibe, meine Frau war einmal mit ihnen im Bronx Zoo. Ein ein paar Mal waren sie am Anfang hier auf der Anlage. Da habe ich mal ein paar Bälle mit meinem Sohn gespielt. Aber es ist natürlich auch hier nicht vergleichbar zu Wimbledon. Dort sind alle sehr ruhig, sehr entspannt, sehr gelassen. Und hier ist es halt echt voll. Ich glaube, für die Kids gibt es auch mega viele Eindrücke. Und die sind dann auch fertig dann am Abend.
Tennisnet: Sie haben in diesem Jahr schon mit anderen Partnern als Tim Pütz auf der Tour aufgeschlagen, etwa mit Neil Oberleitner oder Pierre-Hugues Herbert. Sind das auch Optionen, wenn Tim vielleicht schon vor Ihnen den Schläger an den Nagel hängt?
Krawietz: Ich gehe mal davon aus, dass ich länger spiele als der Pützi und da brauche ich irgendwann einen neuen Partner. Mit Neil verstehe ich mich bestens. Und seinen Trainer, den Alex Peya, kenne ich gut. Ich bin überzeugt, dass der Neil seinen Weg machen wird, ich finde, er hat vieles, was man im Doppelspiel braucht. Von dem her könnte ich es mir auch vorstellen, mit Neil oder jemandem aus der jüngeren Generation zu spielen.
Hier das Doppel-Tableau in Fliushing Meadwos
