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Vom Doping-Kritiker zum Fan: Kyrgios plötzlich voller Lob für Sinner

Jahrelang gehörte Nick Kyrgios zu den lautesten Kritikern von Jannik Sinner. Jetzt findet der Australier plötzlich kaum genug Superlative für seinen früheren Kontrahenten.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 01.10.2026, 19:59 Uhr

Nick Kyrgios rudert zurück
© Getty Images
Nick Kyrgios rudert zurück

Auf die Instagram-Frage eines Fans, wie es sich anfühle, gegen Jannik Sinner zu spielen, hätte Nick Kyrgios angesichts der gemeinsamen Vorgeschichte durchaus eine Spitze einbauen können. Stattdessen folgte eine ausführliche Analyse der Stärken des Weltranglistenersten.

Sinner sei „einer der besten Ballstriker, die das Spiel je gesehen hat“, schrieb Kyrgios. Besonders beeindrucke ihn das Spiel von der Grundlinie. Der Italiener könne aus praktisch jeder defensiven Position heraus sofort wieder Druck erzeugen. Für einen Gegner bedeutet das, dass selbst ein vermeintlich gewonnener Punkt schnell verloren gehen kann.

Sinner hat seine Schwächen ausgebügelt

Kyrgios verwies dabei ausdrücklich auf Sinners Entwicklung. Früher habe dessen Aufschlag vergleichsweise wenige freie Punkte produziert. Mittlerweile habe der Italiener diesen Bereich deutlich verbessert und verfüge über einen der gefährlichsten präzisen Aufschläge der Tour.

Auch am Netz sieht Kyrgios Fortschritte. Sinners Volleyspiel sei anfangs nicht so selbstverständlich gewesen wie bei einigen anderen Spitzenspielern, doch an seinem Übergang von der Grundlinie nach vorne habe er gearbeitet. Dazu komme seine unglaubliche Beweglichkeit, die nicht selbstverständlich sei.

Vom Doping-Kritiker zum Sinner-Fan?

Die Aussagen lassen vor allem deshalb aufhorchen, weil Kyrgios Sinner seit dessen Dopingfall immer wieder öffentlich kritisiert hat. Sinner war 2024 positiv auf Clostebol getestet worden; ein unabhängiges Tribunal kam zunächst zu dem Ergebnis, dass ihn weder Schuld noch Fahrlässigkeit treffe. Nach einem Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA einigten sich beide Seiten 2025 auf eine dreimonatige Sperre. Kyrgios hatte den Umgang mit dem Fall und die vereinbarte Strafe seither wiederholt infrage gestellt.

Kyrgios sieht Sinner schon auf GOAT-Kurs

Zum Schluss seiner Lobrede setzte der Australier aber noch einen oben drauf: Mit weiterer Entwicklung werde Sinner „höchstwahrscheinlich als einer der GOATs“ in die Geschichte eingehen, also als einer der größten Spieler aller Zeiten.

Woher diese Kehrtwende kommt, ist unschwer zu erraten. Kyrgios wurde zuletzt nach einem positiven Kokain-Test selbst suspendiert. Möglicherweise gehört das Lob auf Sinner somit zu seiner eigenen Reinwaschungs-Kampagne.

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von Isabella Walser-Bürgler

Freitag
02.10.2026, 09:45 Uhr
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