Wimbledon 2026: Laura Siegemund fetzt sich mit Ostapenko nach Mixed-Aus
Ein Doppelfehler nach einer bitteren Schiedsrichter-Entscheidung brachte Laura Siegemund im Mixed-Viertelfinale des Wimbledon-Turniers an der Seite ihres französischen Partners Roger-Vasselin entscheidend auf die Verliererstraße. Nach dem Match folgten lange Diskussionen, die zu einer heftigen Auseinandersetzung mit ihrer Gegnerin Jelena Ostapenko führten.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
08.07.2026, 00:19 Uhr

Nicht gerade selten steht Laura Siegemund bei ihren Gegnerinnen in der Kritik, dass sie sich zwischen den Aufschlägen gerne mal ausgiebige Auszeiten nimmt. Und so trug es sich im Viertelfinale des Mixed-Turniers in Wimbledon zu, dass die Metzingerin im Verlaufe der Begegnung vom Schiedsrichter mit einer Verwarnung bedacht wurde und somit für die restliche Partie unter Bewährung für eine Bestrafung bei Wiederholung stand.
Nach verlorenem ersten Durchgang servierte die 38-jährige im Satz-Tiebreak des zweiten Akts beim Stand von 7:7 und kassierte dabei vor dem Ausführen des ersten Aufschlags die zweite Verwarnung wegen Zeitüberschreitung, wodurch sie den ersten Aufschlag nicht mehr ausführen durfte und mit dem zweiten Service fortfahren musste. Dabei unterlief ihr ein Doppelfehler, der die finale 4:6, 6:7 (7)-Niederlage nach dem nächsten Ballwechsel einleitete.
Während ihre Gegnerin Jelena Ostapenko an der Seite ihres Partners Marcelo Arevalo aus El Salvador am Netz auf die Gratulation ihrer Gegnerin wartete, verweigerte ihr Siegemund den Handschlag und zettelte beim Packen ihrer Tasche eine Diskussion mit dem Schiedsrichter an, dem sie fehlendes Fingerspitzengefühl vorwarf und ihm unterstellte, dass er dies nur bei „den richtigen Spielern“ anwenden würde.
Zudem argumentierte die deutsche Billie-Jean-King-Cup-Spielerin, dass Ostapenko „18 Mal“ den Ball nach oben werfe, was „unglaublich“ sei, woraufhin ihr französischer Mixed-Partner Edouard Roger-Vasselin ergänzte, dass die Lettin deshalb „auch aus der Zeit“ sei, was der Schiedsrichter aber klar verneinte.
Doch so langsam kam Ostapenko bei der Diskussion auch richtig auf Betriebstemperatur und ergänzte: „Endlich traut sich mal jemand, das zu tun, wenn sie sich zwischen den Aufschlägen und vor den Aufschlägen zwei Minuten Zeit nimmt.“ Zudem bescheinigte sie dem Schiedsrichter, dass dieser einen guten Job gemacht habe. Zum Abschluss setzte sie mit einer Belehrung der besonderen Art in Richtung Siegemund noch die Krone auf die Diskussion auf: „Du musst besser mit Niederlagen umgehen. Lern, zu verlieren.“
Große Sympathien dürfte Siegemund für ihre Gegnerin auch bereits vor der heutigen Partie nicht gehegt haben, schließlich knallte die French-Open-Siegerin von 2017 der DTB-Spielerin bei den Australian Open im Doppel einen Rückhand-Drive-Volley direkt ins Gesicht. Für Siegemund ist das Turnier in Wimbledon nach dem vorzeitigen Ausscheiden im Einzel und Doppel durch die Niederlage im Mixed endgültig beendet. An das bittere und kontroverse Ende wird sich die letztjährige Viertelfinalistin im Einzel jedoch noch lange zurückerinnern.
Hier das Mixed-Tableau aus Wimbledon
