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Wimbledon: Wie ein Blick auf die Trophäen Linda Noskova zum Titel führte

Nicht wenige Zuschauer glaubten nach dem Verlust des zweiten Durchgangs wohl an einen Einbruch von Linda Noskova. Die 21-Jährige holte sich über Umwege aber doch noch den Wimbledon-Titel - was auch an einem Moment in der Satzpause lag.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 11.07.2026, 22:49 Uhr

Da ist das Ding: Linda Noskova
© Getty Images
Da ist das Ding: Linda Noskova

Ob die Freundschaft zwischen Linda Noskova und Karolina Muchova nach dem Wimbledon-Finale Bestand hat, muss sich in den kommenden Wochen erst noch zeigen. “Karolina, du hast mich dafür hart arbeiten lassen. Das werde ich dir nie verzeihen”, scherzte Noskova bei der Siegehrung in Richtung ihrer unterlegenen Landsfrau, die wenige Minuten zuvor sogar noch einen Schritt weitergangen war.

"Linda - meine Ex-Freundin", begann Muchova ihr Statement, ehe sie trotz einiger Tränen lachend ergänzte: “Ich mache natürlich nur einen Spaß.” Es waren Szenen, die in herrlichem Kontrast zu dem standen, was die beiden zuvor auf dem Centre Court gezeigt hatten. Denn während des Endspiels schenkten sich die beiden Tschechinnen auf der Jagd nach ihrer ersten Grand-Slam-Trophäe rein gar nichts.

Muchova glaubte immer an sich

Noskova sah im zweiten Satz bereits wie die sicherere Siegerin aus, verspielte aber eine 5:2-Führung und vergab dabei insgesamt fünf Matchbälle. “Ich wollte einfach für jeden Punkt kämpfen”, sagte Muchova in der abschließenden Pressekonferenz. “Ich habe immer noch daran geglaubt, es drehen zu können.”

“In manchen Momenten war meine Hand irgendwie wie erstarrt. Meine Füße waren nicht mehr so flink wie früher”, erklärte Noskova ihren Einbruch in der Schlussphase des zweiten Satzes. Im dritten Durchgang habe sie versucht, gedanklich wieder von vorne anzufangen. Wichtig sei der Gewinn des ersten Spiels gewesen, in dem Noskova drei Breakbälle ihrer Gegnerin abwehrte.

Noskova hätte ihre Seele auf dem Platz gelassen

Die Inspiration für diesen Neustart hatte sich Noskova wenige Minuten zuvor in der Satzpause mit einem Blick auf die beiden Trophäen geholt. “Ich habe mir gesagt, dass ich nicht die kleine, sondern die große mitnehmen werde”, meinte die Tschechin, die am Montag ein Karrierehoch von Weltranglistenposition sieben einnehmen wird. “Das wäre sonst vermutlich der größte Herzschmerz meines Lebens gewesen.” 

Für den Titel hätte Noskova nach eigenen Worten ihre Seele auf dem Platz gelassen. Dieser Kampfgeist wurde am Ende belohnt - auch, weil sie im dritten Satz nicht das große Nervenflattern bekam: “Beim letzten Matchball hatte ich nicht das Gefühl, einen Matchball zu haben. Ich habe einfach weitergespielt. Das hat mir den Sieg gebracht.”

Hier das Einzel-Tableau der Frauen

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