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"Wir sind Grand-Slam-Sieger": Zverev in Paris am Ziel seiner Träume

Das Warten hat ein Ende: Alexander Zverev krönt sich in einem hochspannenden Finale der French Open und feiert seinen ersten Grand-Slam-Titel.

von SID
zuletzt bearbeitet: 07.06.2026, 21:21 Uhr

Alexander Zverev und sein Team
© Getty Images
Alexander Zverev und sein Team

Alexander Zverev stemmte um 20.03 Uhr den funkelnden Coupe des Mousquetaires in den Pariser Abendhimmel, am Ziel seiner Träume drückte der Hamburger der silbernen Trophäe immer wieder zärtliche Küsse auf.

"Wir haben gemeinsam so viel durchgemacht. Wir hatten Verletzungen und Herzschmerz. Manchmal waren wir auch Verlierer, gerade in den entscheidenden Momenten", sagte der 29-Jährige in Richtung seiner Liebsten in der Box, als die schier endlose Jagd nach dem großen Triumph in einem nervenaufreibenden Finalkrimi der French Open endlich ihr Ende gefunden hatte: "Aber letztendlich sind wir jetzt Grand-Slam-Sieger. Das ist es, was zählt."

Immer wieder fasste sich Zverev an den Kopf, er konnte sein Glück nach der Erlösung kaum fassen. Das packende 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 über 4:16 Stunden gegen den Italiener Flavio Cobolli bedeutete schließlich nicht nur, dass sich sein Makel als Unvollendeter in einer Sekunde in Luft aufgelöst hatte - 30 Jahre nach Boris Becker hat Deutschland endlich wieder einen Major-Gewinner.

Friedrich Merz: “Diese starke Leistung begeistert ein ganzes Land”

"Er hat das mehr als verdient. Nach all den Jahren, der Arbeit, der Verzweiflung, der Enttäuschung", sagte Becker am Eurosport-Mikrofon: "Unglaublich, ich bin sehr stolz auf ihn." Und auch Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte prompt: "Was für ein außergewöhnlicher Erfolg", schrieb der CDU-Politiker bei Instagram: "Diese starke Leistung begeistert ein ganzes Land."

Der Court Philippe-Chatrier von Roland Garros sei "so besonders für mich", sagte Zverev, der unmittelbar nach dem Matchball ins Glück erst Tränen der Freude geweint und dann auf der Tribüne Papa Alexander senior, Bruder Mischa, Oma Natalia und dem Rest seines Teams eine feste Umarmung gegeben hatte: "Ich erlebe den besten Moment meines Lebens hier und hatte hier meinen schwersten Moment. Ich habe in der Ecke gelegen und mir vor vier Jahren alle Bänder gerissen, vor zwei Jahren ein Finale verloren. Jetzt ist es ein Happy End."

Zverev ist der erste deutsche French-Open-Sieger nach Henner Henkel 1937 und der erste deutsche Grand-Slam-Champion im Männer-Einzel seit Beckers Erfolg 1996 bei den Australian Open. Der Tokio-Olympiasieger reihte sich bei Becker (6 Grand Slams) und Michael Stich (1) als erst dritter Deutscher ein, der seit Beginn des Profitennis 1968 bei einem Major jubelt. Bei den Frauen hatte zuletzt 2018 Angelique Kerber in Wimbledon eine Slam-Trophäe gewonnen.

Zverev geht mit Druck gut um

Zverev, der gegen Cobolli bis ans Ende seiner Kräfte ging und an dessen Shirt sich große Schweißflecken abzeichneten, nahm immer wieder neuen Anlauf. Seine ersten drei Endspiele auf höchster Ebene verlor er. In Paris unterlag er 2024 dem Spanier Carlos Alcaraz und konnte die Wunde von den US Open 2020, als ihm nur zwei Punkte fehlten, nicht schließen. Zuletzt hatte der brachiale Aufschläger bei den Australian Open 2025 der italienischen Nummer eins der Welt Jannik Sinner den Vortritt lassen müssen.

In Paris fügte sich aber alles für Zverev, der schon mit klaren Titelambitionen an den Start gegangen war. Als in der zweiten Runde Turnier-Topfavorit Sinner und danach auch noch Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic hochüberraschend ausschieden, stieg die deutsche Nummer eins in Abwesenheit des verletzten Alcaraz zum größten Anwärter auf den Triumph auf - und ging mit dem steigenden Druck gut um.

Vor der Prominenz um Pharrell Williams, Lenny Kravitz und Eric Cantona begann Zverev stark, nach nur 35 Minuten gewann er Satz eins. Im zweiten Durchgang ließ die Konzentration des Hamburgers aber nach, der vom Publikum angefeuerte Cobolli kam zurück. Im dritten Satz war es nun auch ein Kampf gegen die eigenen Nerven, in dem der Favorit die Oberhand behielt. "Let's go!", brüllte Zverev, der dann körperlich arg kämpfen musste und kurz behandelt wurde. Aber er richtete sich nochmal auf, nahm sein Herz in beide Hände und gewann den so ersehnten Grand-Slam-Titel.

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Sonntag
07.06.2026, 21:19 Uhr
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