Zverev schwärmt und prophezeit: Jodar wird ein unglaublicher Spieler
Alexander Zverev hat Rafael Jodar als einen der spannendsten jungen Spieler auf der ATP-Tour ausgemacht. Er traut dem Spanier in den kommenden Jahren noch einen gewaltigen Sprung zu.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
01.10.2026, 19:41 Uhr

Beim Laver Cup standen Alexander Zverev und Rafael Jodar zuletzt Seite an Seite für Team Europa auf dem Platz. Nach dem 13:5-Sieg über Team World und Zverevs entscheidendem Erfolg gegen Learner Tien hatte der Deutsche vor allem für seinen jungen Teamkollegen lobende Worte übrig.
„Er ist ein junger Typ, super spannend. Ich glaube, dass er in ein paar Jahren unglaublich sein wird“, sagte Zverev. Ratschläge wolle er dem Spanier allerdings nicht ungefragt aufdrängen. Wenn Jodar ihn um Hilfe bitte, werde er ihn jederzeit unterstützen, ansonsten wolle er sich nicht in dessen Entwicklung einmischen.
Das Aufeinandertreffen in Paris
Zverev kennt Jodars Qualitäten allerdings nicht nur aus dem Training und vom Laver Cup. Bei den French Open trafen die beiden in einem spannenden Viertelfinale aufeinander. Jodar führte im ersten Satz bereits 5:2, ehe Zverev das Match drehte und noch mit 7:6(3), 6:1, 6:3 gewann.
Trotz des Sieges war der Deutsche vom Gegner beeindruckt. Besonders Jodars Vorhand hatte es ihm angetan. „Das ist die schwerste Vorhand auf der Tour, was Spin und Geschwindigkeit betrifft“, sagte Zverev anschließend. Der Spanier könne von beiden Seiten enormen Druck erzeugen, gleichzeitig aber auch aus der Defensive heraus beschleunigen.
Vom College-Spieler zum Top-20-Mann
Noch vor wenigen Jahren war Jodar weit von der Weltspitze entfernt gewesen. Anfang 2025 stand der in Madrid geborene Spanier auf Platz 895 der Weltrangliste und spielte College-Tennis an der University of Virginia. Zuvor hatte er 2024 den Juniorentitel bei den US Open gewonnen.
Dann nahm seine Karriere plötzlich Fahrt auf. 2025 gewann Jodar drei Challenger-Turniere und qualifizierte sich für die Next Gen ATP Finals. 2026 folgte der endgültige Durchbruch: Im April holte er in Marrakesch seinen ersten ATP-Titel, anschließend erreichte er unter anderem das Halbfinale in Barcelona und jeweils das Viertelfinale in Madrid, Rom und Paris.
Jodar mischt längst bei den Großen mit
Seinen ersten Grand-Slam-Viertelfinaleinzug in Paris machte Jodar besonders eindrucksvoll perfekt. Gegen Pablo Carreno Busta drehte er ein Match nach 0:2-Satzrückstand und zeigte, dass er auch über lange Distanzen bestehen kann. „Ich kann gegen jeden antreten, muss aber noch viele Dinge verbessern“, sagte er damals selbstbewusst.
Im Sommer ging die Entwicklung weiter: Jodar erreichte das Finale in Washington und anschließend sein erstes Masters-1000-Halbfinale in Montreal. Vor seinem Laver-Cup-Debüt war er bereits in die Top 20 vorgestoßen. Mittlerweile steht der Spanier auf Weltranglistenplatz 13. In Tokio musste er sich gestern allerdings in der ersten Runde Adolfo Daniel Vallejo aus Paraguay deutlich mit 1:6, 3:6 geschlagen geben.
