Zwei Slams später: Ist Zverev reif für die Hall of Fame?
Alexander Zverev hat 2026 das größte Loch in seiner Karriere geschlossen. Ist der Deutsche damit auch ein Kandidat für die Tennis Hall of Fame? Die Meinungen dazu gehen jedenfalls auseinander.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
16.09.2026, 13:33 Uhr

Lange haftete Alexander Zverev trotz Olympiasieg, ATP Finals, mehreren Jahren an der absoluten Weltspitze und zahlreicher Masters-Titel ein Makel an: Der ganz große Erfolg bei einem Grand Slam fehlte. 2026 hat der Deutsche diese Diskussion allerdings mit Nachdruck beendet. Nach seinem Triumph bei den French Open legte er zuletzt bei den US Open nach.
Andy Roddick: „Er ist drin“
Für Andy Roddick reicht Zverevs Bilanz längst für die Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame. Das sei indiskutabel. Diskutieren könne man einzig, so Roddick, über die diversen Kontroversen aus dem Privatleben des Deutschen. Das sei aber Privatleben und daher grundsätzlich vom sportlichen Erfolg zu trennen.
Ganz so einfach ist es aber nicht. Laut den offiziellen Kriterien werden üblicherweise neben einer herausragenden Bilanz auf höchstem Niveau auch Aspekte wie Sportsgeist und Charakter berücksichtigt. Da aktive Spieler aber ohnehin nicht aufgenommen werden, muss sich Zverev darüber wohl vorläufig noch keine Gedanken machen.
Zverev fehlt noch die Nummer eins
Während die Hall of Fame also noch Zukunftsmusik ist, hat Zverev ein anderes großes Karriere-Ziel weiterhin vor Augen: die Spitze der Weltrangliste. Trotz seiner beiden Major-Titel liegt er aktuell hinter Jannik Sinner. Zverev hat öffentlich erklärt, dass er notfalls noch ein Jahrzehnt weiterspielen werde, um die Nummer eins zu erreichen. „Ich habe das Grand-Slam-Ziel bereits erreicht, und mir fehlt nur noch die Nummer eins der Welt“, sagte er im Sommer gegenüber Bild. Selbst eine einzige Woche an der Spitze würde ihm schon genügen.
Der Kampf um Platz eins geht weiter
Der Weg dorthin bleibt allerdings kompliziert. Zverev steht derzeit bei 9.690 Punkten, Sinner bei 11.500 (ein Abstand von 1.810 Zählern). Die Ergebnisse der anstehenden Asien-Tour werden dabei eine Rolle spielen, weil beide Spieler aus dem Vorjahr unterschiedlich viele Punkte zu verteidigen haben.
