Australian Open: Mit Mut und Nadals Rat - Knackt Zverev sogar Alcaraz?

Alexander Zverev steht vor seiner bislang größten Herausforderung bei den Australian Open. Doch ein Sieg im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz scheint möglich.

von SID
zuletzt bearbeitet: 28.01.2026, 16:36 Uhr

Alexander Zverev fehlen noch zwei Siege zu seinem ersten Major-Titel
© Getty Images
Alexander Zverev fehlen noch zwei Siege zu seinem ersten Major-Titel

Alexander Zverev nahm sich reichlich Zeit für seine jüngsten Fans. Erst winkte der Hamburger dem kreischenden Melbourner Tennisnachwuchs vom Trainingsplatz aus zu, dann setzte er geduldig seine Unterschrift auf eine Kappe nach der anderen. Auch bei der Vorbereitung auf die ultimative Herausforderung bei den Australian Open strahlte Zverev die Entspanntheit aus, die ihn in diesen Tagen so stark macht.

Am Freitagmorgen deutscher Zeit spielt er zum vierten Mal ein Halbfinale in Melbourne - und trifft dabei auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz. Zverev macht sich vor dem Kracherduell keine Illusionen, was ihn erwartet. "Wir sind im Halbfinale von einem Grand Slam", sagte er: "Da wird es kein einfaches Spiel geben."

Doch Zverev scheint in diesen Tagen in der Lage zu sein, für eine Überraschung zu sorgen. Auch weil er sich offenbar die Ratschläge von Alcaraz' spanischem Landsmann, dem großen Rafael Nadal, zu Herzen genommen hat. "Er hat mir ganz oft gesagt: Ich muss mutiger sein, es in den wichtigsten Momenten selbst in die Hand nehmen", hatte Zverev vor einiger Zeit im Podcast "Nothing Major" berichtet, "wenn du aggressiv bist, ist es so schwierig, dir zu schaden."

Zverev setzt Nadals Rat in Melbourne perfekt um

Und bei den bisherigen fünf Matches in Melbourne, in denen Zverev nie wirklich in Gefahr geriet, setzte der Weltranglistendritte in der Tat genau das um, was Nadal ihm einst ans Herz gelegt hatte. Er diktierte die Ballwechsel und ließ sich nur ganz selten zu weit hinter die Grundlinie zurückfallen. Zudem sorgte er auch immer wieder mit seiner früher so flatterhaften Vorhand für Gefahr.

Deshalb ist auch bei Zverev selbst der Glaube zurück, dass es gegen die im vergangenen Jahr enteilten Dominatoren Alcaraz und Jannik Sinner klappen kann. "Diese beiden Jungs wirken unantastbar, aber Dinge können sich im Tennis sehr schnell ändern", sagte Zverev - und: "Vielleicht kann ich an einem Tag auch unantastbar sein."

Gegen den starken Learner Tien im Viertelfinale war Zverev schon nah dran an dieser Unantastbarkeit. Er zeigte, dass es ihm inzwischen gelingt, auch über ein best-of-five-Match hinweg konzentriert und offensiv zu bleiben. Eine Qualität, die auch Alcaraz nicht verborgen blieb.

Alcaraz: “Wenn er mich schlagen will, muss er viel schwitzen”

Er sei "beeindruckt" von Zverevs Niveau, sagte Alcaraz. Eine kleine Kampfansage erlaubte sich der - trotz allem - leichte Favorit dann aber doch noch: "Ich werde auf jeden Fall bereit sein. Wenn er mich schlagen will, muss er viel schwitzen", sagte Alcaraz verschmitzt lächelnd.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Alcaraz ist so etwas wie der Lieblingsgegner Zverevs unter den ganz großen Namen. Der Deutsche hat auch schon wichtige Grand-Slam-Fights gegen Alcaraz gewonnen, insgesamt stehen die beiden bei einer Bilanz von 6:6. Zudem war Alcaraz in den vergangenen Jahren in Melbourne beim einzigen Grand Slam, bei dem ihm noch der Titel fehlt, besonders verwundbar.

Im Halbfinale sind die vier bestplatzierten Spieler in der Weltrangliste in diesem Jahr unter sich. Am Tag nach Zverev und Alcaraz machten auch Titelverteidiger Jannik Sinner und der Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic ihren Einzug in die Vorschlussrunde perfekt. Djokovic hatte dabei aber viel Glück. Sein zuvor überragender Gegner Lorenzo Musetti (Italien) gab beim Stand von 6:4, 6:3 und 1:3 aus seiner Sicht mit einer Oberschenkelverletzung auf.

Das Einzel-Tableau in Melbourne

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