Benoit Paire tickt in Rom aus

Benoit Paire hat seine Rückkehr auf die Tour standesgemäß zelebriert.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 15.09.2020, 17:40 Uhr

Benoit Paire
© Getty Images
Benoit Paire

Bei den US Open drehte sich in Woche eins alles um Benoit Paire - obwohl der Franzose überhaupt nicht mitspielte. Paire war vor Turnierbeginn positiv auf COVID-19 getestet worden und musste in Quarantäne. Seine Kollegen, mit denen er Kontakt hatte, unter anderem beim gemeinsamen Kartenspielen: Wurden in eine "Bubble in der Bubble" verfrachtet, sehr zum Leidwesen von Kristina Mladenovic, die sich zunächst wie eine Gefangene fühlte und schließlich sogar von ihrer Doppelpartie disqualifiziert wurde./

Paire drohte indes aus seinem Hotelzimmer heraus, die von ihm getaufte "Fake Bubble" auffliegen zu lassen, schwieg aber dann doch.

Beim ATP-Masters-Turnier in Rom war Paire nun wieder am Start, und mit ihm das übliche Drama. Gegen Lokalmatador Jannik Sinner verlor Paire glatt mit 2:6, 1:6 - zog hierbei aber das ganze Paire-Programm durch.

Paire-Drama: Die Wasserflasche bitte weg

Beim Stand von 2:6, 1:2 servierte er einen Aufschlag, den Sinner longline zu einem Winner returnierte. Paire forderte einen zweiten Aufschlag - sein erster sei ja im Aus gewesen, ob der Schiedsrichter bitte die Marke checken könne? Der aber verneinte, Paire habe sich schließlich bewegt - also den Ballwechsel nicht gestoppt, sondern kurz versucht, den Sinner-Return zu kriegen. Nein, das habe er nicht, versicherte Paire. "Ich habe es gesehen", sagte der Schiedsrichter. Dann, so die grenzwertige Argumentation von Paire, wolle nun den Physio sehen. Im Übrigen habe er sich NICHT bewegt, erklärte er erneut. Ob er nun hierüber sprechen wolle oder..? Paire: "Den Physio." Der sei nicht hier. Wieso das, er sei ja verletzt. Nun, so der Schiedsrichter, der Physio sei ja (vorher) am Platz gewesen, da habe Paire ihn nicht gewollt.

Beim 1:3 lag schließlich Paires Wasserflasche mitten auf dem Court, er möge sie bitte entfernen, bat der Unparteiische weiterhin geduldig. "Wieso?" - "Weil wir so nicht spielen können." Paire schubste sie also mit dem Schläger nach vorn. "Bitte nach draußen." - "Draußen?" - "Nach draußen, vielen Dank."

Damit nicht genug: Beim 1:4 servierte Paire, obwohl Sinner noch jenseits seiner Returnposition stand. Wiederholung. "Was ist hier denn die Regel? Wenn ich serviere, muss er doch bereit sein", argumentierte der Franzose. "Du kannst nicht nach einer Sekunde bereit sein", konterte der Schiedsrichter.

Der kurz danach immerhin seinen verdienten Feierabend hatte.

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von Florian Goosmann

Dienstag
15.09.2020, 13:07 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.09.2020, 17:40 Uhr