Countdown zum 42. Porsche Tennis Grand Prix: Huber, Görges, Kerber, Siegemund - Beim Heimspiel auf vollen Touren

Nach den Siegen von Anke Huber in den 1990er-Jahren haben die Stuttgarter Fans lange auf eine einheimische Gewinnerin warten müssen. In den letzten Jahren gab es dafür gleich vier Siege der DTB-Damen!

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 12.04.2019, 18:51 Uhr

Laura Siegemund, Angelique Kerber
© Getty Images
Das Stuttgart-Finale 2016: Angie Kerber schlägt Laura Siegemund

Die Siege der deutschen Damen beim Porsche Tennis Grand Prix - sie kamen teils aus heiterem Himmel. Anke Hubers Triumph im Jahr 1991 zum Beispiel, mit nur 16 Jahren – aber auch der von Julia Görges 2011 oder von Laura Siegemund 2017. Und der Doppelschlag 2015 und 2016 von Angelique Kerber, die mit der roten Asche nun wirklich keine Liebesbeziehung pflegt? Eigentlich ebenso. Wir blicken zurück auf die deutschen Siegerinnen beim Porsche Tennis Grand Prix.

1991 & 1994: Anke Huber siegt sich zum Publikumsliebling in Filderstadt

Martina Navratilova war zwar Aushängeschild und Liebling der 1980er-Jahre beim Porsche Tennis Grand Prix und ist bis heute Rekordsiegerin (mit sechs Triumphen), gegen Anke Huber hatte die „Grande Dame des Tennis“ aber letztlich keine Chance. Auf dem Platz - aber auch, was die Sympathien anging. Die 16-jährige Huber verzauberte die Filderstädter mit jugendlicher Unbekümmertheit und Powertennis und bezwang die 18-fache Major-Siegerin im Einzel sensationell mit 2:6, 6:2, 7:6.

Und Huber legte nach: 1994 dominierte sie Mary Pierce im Endspiel mit 6:4, 6:2 und holte ihren zweiten Porsche, den sie - mit nunmehr 19 Jahren - auch endlich fahren durfte.

Ach ja: Für einen der amüsantesten Momente der Turniergeschichte sorgte die Karlsdorferin auch noch…

2011: Julia Görges triumphiert über Wozniacki

Kurz vorm Ende, beim Stand von 7:6, 4:2 und 30:0, als Julia Görges einen Vorhand-Passierball aus vollem Lauf an der verdutzten Caroline Wozniacki vorbeibretterte, glaubte schließlich jeder in der Porsche Arena daran: Görges, damals die Nummer 32 der Welt, kann es tatsächlich schaffen! Sie kann Caroline Wozniacki schlagen, die Weltranglisten-Erste, und sich ihren zweiten Turniersieg auf der WTA-Tour holen - und was für einen!

Görges hatte bis dahin schon eine Tennis-Traumwoche hingelegt. Sie hatte Sabine Lisicki geschlagen und im Halbfinale die French-Open-Finalistin Sam Stosur. Gegen Wozniacki blieb Görges cool, servierte das Match zum 7:6, 6:3 aus und ließ sich bäuchlings auf die Stuttgarter Asche fallen. „Es muss mich wohl erst noch jemand kneifen, damit ich das wirklich kapiere“, sagte sie im Anschluss. Die 22-Jährige knackte dank des Erfolgs beim Porsche Tennis Grand Prix erstmals die Top 30 der Welt - und mit dem Stuttgarter Schwung nur wenige Wochen sogar die Top 20.

2015 & 2016: Angie Kerber fährt Wozniacki davon und kommt als Weltstar zurück

Für die Dänin sollte es auch vier Jahre später nicht mit dem Porsche klappen. Denn Angelique Kerber behielt in einem Tennis-Comeback-Krimi die Oberhand und fing Wozniacki kurz vorm Ziel noch ab – die Dänin hatte in Satz drei nämlich bereits mit 5:3 geführt. Kerber aber steckte nicht auf, machte vier Spiele in Folge und nutzte ihren vierten Matchball zum 3:6, 6:1, 7:5-Sieg.

„Das ist der schönste Erfolg meiner Karriere“, freute sich die Kielerin „Im dritten Satz habe ich gemerkt, dass ich an meine Grenzen komme. Aber das Publikum hat mich nach jedem Ball angefeuert. Ich habe versucht, diese Energie mitzunehmen. Ich bin mega stolz und glücklich.“

Ein Jahr später kam Kerber nicht nur als Titelverteidigerin zurück in die Porsche Arena, sondern als Weltstar: Im Januar hatte sie die Australian Open gewonnen, den ersten deutschen Grand-Slam-Turnier-Erfolg seit Steffi Graf gefeiert - und Tennis-Deutschland empfing Angie, die Porsche-Markenbotschafterin, mit offenen Armen.

Und natürlich: mit großen Erwartungen. Kerber aber nahm den Druck im Stile eines Champions an, siegte im Finale gegen die etwas müde Turnierüberraschung Laura Siegemund ohne Probleme mit 6:4, 6:0.

2017: Laura Siegemund vollendet ihren Stuttgart-Traum

Sie hatte die Zuschauer in der Porsche Arena ein Jahr zuvor bereits verzaubert, mit dieser „verrückten Geschichte“ von der Beinahe-Tennisrentnerin zum neuen Liebling der Stuttgarter. Auch 2017 begeisterte Siegemund, in Filderstadt geboren und in Stuttgart daheim, mit Spielwitz, Ballgefühl, großen Emotionen und enormem Kampfgeist. Und mit Siegen über Svetlana Kuznetsova, Karolina Pliskova und Simona Halep.

Und mit dem wohl dramatischsten Matchball der Turniergeschichte: Einen Stopp von Kiki Mladenovic konterte Siegemund mit einem Gegenstopp auf die Linie. Oder doch nicht? Beide Spielerinnen standen sich eine gefühlte Ewigkeit gegenüber, bis die Schiedsrichterin der Begegnung den Ball Siegemund zusprach – und diese ihren größten Erfolg feierte. „Der Porsche Tennis Grand Prix ist das schönste Turnier auf der Tour“, jubelte die 29-Jährige nach ihrem 6:1, 2:6, 7:6 (5)-Sieg.

Und 2019?

Ob in diesem Jahr wieder eine Dame aus dem DTB-Team mit dem Porsche davonbraust? Daran versuchen werden sich unter anderem Angelique Kerber, Julia Görges, Laura Siegemund und Andrea Petkovic!

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