Davis Cup: Alexander Zverev und das vorgezogene Partynacht-Feeling
Durch einen unglaublichen Kraftakt hat Deutschland das Halbfinale der Davis-Cup-Finalrunde in Bologna erreicht. Alexander Zverev fühlte sich an große Partynächte erinnert.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
21.11.2025, 03:19 Uhr

von Nikolaus Fink aus Bologna
Um Punkt 01:51 Uhr verließen die deutschen Helden Kevin Krawietz und Tim Pütz Freitagfrüh den Pressekonferenzraum in der Messehalle 36 der BolognaFiere. Kein Dutzend Medienvertreter der ansonsten so großen Journalistenschar war bei diesem Termin anwesend. All jene, die noch da waren, bekamen nach dem Drama gegen Argentinien eine ziemlich erschöpfte, aber noch gelöstere DTB-Doppelpaarung zu Gesicht.
“Am Ende hat wir auch ein bisschen Glück”, meinte Krawietz mit Blick auf die drei Matchbälle von Andres Molteni und Horacio Zeballos. Doch das war dem 33-Jährigen ebenso wie seinem Partner ziemlich egal. "Ich bin einfach so glücklich, dass wir jetzt hier als Gewinner sitzen”, gab Pütz zu Protokoll.
Krawietz/Pütz strapazieren nicht nur Zverevs Nerven
Verantwortlich dafür war nicht zuletzt Alexander Zverev, der das Doppel nach der Auftaktniederlage von Jan-Lennard Struff mit seinem Zweisatzerfolg über Francisco Cerundolo erst erzwungen hatte. “Ich bin natürlich überglücklich über den Sieg, dass wir im Turnier bleiben”, hatte der Weltranglistendritte unmittelbar nach seinem Sieg gemeint - und “volles Vertrauen an unsere Doppel-Jungs” zum Ausdruck gebracht.
Anschließend wurden Zverevs Nerven von Krawietz und Pütz ziemlich strapaziert, wie nicht zuletzt die brüchige Stimme des Hamburgers verriet: “Es ist, als hätte ich in einem Nachtclub gefeiert.” Für eine große schwarz-rot-goldene Feier war es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag freilich noch zu früh, fehlen doch noch zwei Siege zum ganz großen Wurf.
Zverev wird ausschlafen
“Jeder wird irgendwo noch etwas essen. Aber ich glaube nicht, dass wir noch ein großes Happening daraus machen”, hielt Kapitän Michael Kohlmann nach dem Erreichen des ersten Etappenziels fest. “Jeder versucht jetzt, schnell zu schlafen und sich zu erholen.” Zumindest für Zverev ist gemäß eigener Aussage ausschlafen angesagt: “Wenn mich einer vor 12 weckt, wird er ignoriert.”
Exakt 24 Stunden später geht es für Zverev und Co. im Halbfinale gegen Spanien um den Einzug ins Endspiel. Kohlmann stellt sich erneut auf einen engen Länderkampf ein: “Ich erwarte ein wirklich hartes Duell, so wie heute. Hoffentlich sitzen wir wieder hier und haben zwei Punkte auf dem Konto." Dafür würde er wohl auch wieder eine Late-Night-Pressekonferenz in Kauf nehmen.
