Denis Shapovalov: "Wenn es so weitergeht, werde ich heuer nicht viel spielen"

Denis Shapovalov hat sich am Rande des ATP-500-Events von Dubai über den Status quo des Tennissports zu Zeiten von COVID-19 geäußert. Sowohl zur Ranking-Reform, als auch zur Situation mit den Spieler-Bubbles. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 18.03.2021, 06:58 Uhr

Denis Shapovalov steht in Dubai im Viertelfinale
Denis Shapovalov steht in Dubai im Viertelfinale

Den ganz großen Glamour hat die Situation, mit der sich die Hauptakteure des Wanderzirkus der ATP-Tour in diesen Tagen konfrontiert sehen, sicherlich nicht. Teils verwaiste oder nur sehr spärlich besuchte Ränge, besondere Hygieneregelungen - die Liste an Veränderungen, die COVID-19 auch für den Tennissport bedeutet, sie ist eine lange. Ein zentrales Konzept, das bereits seit der Wiederaufnahme der Tour immer wieder Anwendung findet, ist das Konzept der Bubble, in die sich Spieler samt Entourage begeben müssen, nach etlichen Stunden strenger Quarantäne - und der Erlösung eines negativen Testergebnisses - dann aber ein halbwegs "normales" Umfeld vorfinden. 

Das ist nichts für jedermann. Erst kürzlich wetterte etwa Benoit Paire über die Umstände, beteuerte, aktuell recht wenig Spaß mit seinem Beruf zu haben. Auch Denis Shapovalov, der Linkshänder aus Kanda, ist mit dem Status quo recht unzufrieden. "Ich habe versucht, mich so weit wie möglich von einer Bubble fernzuhalten. Nach dem, was ich in Australien erlebt habe, hatte ich das Gefühl, dass es seinen Tribut von mir gefordert hat und ich möchte so etwas nicht noch einmal erleben. Also bin ich nach Dubai gekommen, nur um zu trainieren und zu entspannen. Ich habe aus Rotterdam hinausgezogen, weil ich mich nicht bereit fühlte", erklärte Shapovalov am Rande des ATP-500-Events von Dubai. 

Shapovalov: "Mental sehr schwierig"

So könnte eine flächendeckende Anwendung des Bubble-Konzeptes auf der ATP-Tour sogar dazu führen, dass man den so attraktiv spielenden Kanadier künftig wohl seltener zu sehen bekommt, wie dieser erklärte: "Ich werde nicht viel Tennis spielen, wenn die überwiegende Mehrheit der Turniere eine Bubble verlangt, um spielen zu dürfen. Es war mental sehr schwierig, in einem Raum eingeschlossen zu sein. Ich liebe Tennis und es ist toll, die besten Turniere der Welt spielen zu können, aber unter diesen Bedingungen geht die Leidenschaft verloren. Ich versuche, etwas anders zu machen und jedes Spiel zu genießen, das ich dieses Jahr spiele."

Ein weiterer Punkt, der mit COVID-19 in Zusammenhang steht und zuletzt immer wieder für negative Stimmen vonseiten der Spieler sorgte, ist die Reform des Ranking-Systems, welche aufgrund der Absage vieler Turniere zum Schutz der Spieler eingeführt wurde. Eine Regel, die Alexander Zverev scharf kritisierte und auch Andrey Rublev, einem der formstärksten Spieler auf der ATP-Tour, wenig Freude bereitet. 

Auch Denis Shapovalov sieht in dem aktuellen Modus der ATP-Charts einige Probleme, wie dieser nach seinem Erfolg gegen Hubert Hurkacz in Dubai erklärte: "Es wird immer positive und negative Aspekte am System der Weltrangliste geben, aber es ist schwierig, nach oben zu kommen, weil die Spieler keine Punkte verlieren. Am Ende des Tages ist das aber, wie sie sich entschieden haben und wir müssen mitmachen", erklärte der Kanadier. "Ich war überwältigt zu sehen, dass Rublev - obwohl er in etwa 25 500er (Anm. Andrey Rublev hat tatsächlich vier ATP-500-Turniere in Serie gewonnen) gewonnen hat - sich nicht so sehr verbessern konnte." 

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von Michael Rothschädl

Donnerstag
18.03.2021, 10:45 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.03.2021, 06:58 Uhr

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