Dominic Thiem über Tennis in Corona-Zeiten: "Mehr Pausen einlegen als normal"

Dominic Thiem befindet sich nach einer auch mentalen Auszeit wieder auf dem Tennisplatz, um sich für den Sand fit zu machen. Aber auch strategische Päuschen sind für 2021 eingeplant.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 09.04.2021, 11:35 Uhr

Dominic Thiem wusste in Belgrad bislang zu überzeugen
© GEPA Pictures
Dominic Thiem

Das einsame Leben im Hotel - für den von Menschen geplagten Einzelgänger durchaus mal ein Traum. Für den Tennisprofi, der rund 30, 40 Wochen im Jahr außer Haus weilt: eher nicht so. Zumal, wenn in Coronazeiten die Hotelphasen länger sind und die Kontakte beschränkt./

Das schlägt einigen aufs Gemüt, auch Dominic Thiem, dem die schönen Begleitumstände des manchmal unschönen Nomadenlebens fehlen. "Die Energie von den Fans, am Abend schön essen gehen, an den Strand gehen: Diese ganzen schönen Sachen fallen einfach weg. Und die schlechten Sachen, wie das Reisen, sind noch da", sagte Thiem am Mittwoch gegenüber dem ORF. Diese Situation mache "alles noch ein bisschen anstrengener, als es davor war", so der Lichtenwörther. Der, wie so einige andere, eine Lösung gefunden hat. "Deshalb werden sowohl ich als auch viele andere Spieler mehr Pausen einlegen als normal. Das ist einfach wichtig, um dann wieder voll bereit zu sein."

Bereits im Vorjahr hatten Spielerinnen und Spieler wie Ashleigh Barty oder Nick Kyrgios ihre Einsätze auf ein Minimum beschränkt, Barty war nach dem Shutdown im März gar nicht mehr on Tour. Zuletzt hatte auch Gilles Simon eine Tourpause angekündigt, weil ihm der Spaß fehle - Landsmann Benoit Paire indes spielte freudlos weiter. Und auch Denis Shapovalov hatte, wie Thiem, ein abgespecktes Programm für 2021 angekündigt.

Thiem über French Open: "Nadal steht über allen anderen"

Für Thiem kam auf mentaler Ebene auch der Sieg bei den US Open 2020 hinzu, dem Sieg bei einem Grand-Slam-Titel, dem er sein ganzes Leben untergeordnet habe, mit "einer unglaubliche Energieleistung". Es sei wohl normal, etwas Zeit zu benötigen, um sich neu zu orientieren, sich neue Ziele setzen.

Eines davon ist ein eigentlich altes: die French Open. Zwei Mal stand Thiem bereits im Finale, zwei Mal hieß der Sieger dann doch - wie immer - Rafael Nadal. Es sei zwar alles ausgeglichener geworden, so Thiem, Paris aber doch eine spezielle Sache, "weil dort Nadal über allen anderen steht". Ansonsten sieht Thiem mittlerweile "sechs oder sieben Leute" in der Lage, wo es vorher nur Federer, Nadal und Djokovic gewesen seien.

Auf Paris sind daher auch Thiems aktuelle Planungen ausgelegt. Einen Start in Monte Carlo hatte er noch abgesagt, die Turniere in Belgrad (250er) und Madrid (1000er) sind im Blickfeld. Ein paar Tests habe er gemacht, um zu schauen, wo er stehe, die körperliche Topform traue er sich in Madrid zu. Spielerisch? Fehlt Matchpraxis. "Die Matches gegen die besten Spieler der Welt: Da muss ich schauen, dass ich mir die in Madrid und Rom hole. Damit ich in Paris wieder voll da bin."

Immerhin hat Thiem nun eine Woche mehr Zeit. Wie gestern bekannt wurde, finden die French Open eine Woche später statt als geplant. Auftakt ist damit erst am 30. Mai.

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von Florian Goosmann

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09.04.2021, 16:57 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.04.2021, 11:35 Uhr

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