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Dominic Thiem: "Vielleicht hätte ich mich nie wieder davon erholt"

Dominic Thiem ist am Dienstag nach Österreich zurückgekehrt. Der frischgebackene US-Open-Sieger zeigte sich bei einem Medientermin in Wien erschöpft aber glücklich. Er brauche nun ein paar Tage Pause, nach einer Woche beginnt er mit dem Training im Hinblick auf die French Open.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.09.2020, 17:40 Uhr

"Körperlich werde ich mich bestimmt schnell wieder erholen. Das dauert zwei, drei Tage", sagte Thiem. "Wie es mental sein wird, kann ich noch nicht einschätzen. Über viele Jahre war ein Grand-Slam-Titel jeden Tag, an dem ich auf dem Platz stand, ein Fernziel. Ich erwarte und hoffe keine große Leere."

Mit einem spektakulären Comeback im Finale von New York besiegte er Zverev nach über vier Stunden im Tiebreak des fünften Satzes. "Bei 0:2 war der Gedanke stärker, dass es nicht klappen wird, als jener, dass es klappt. Aber ein Grand-Slam-Finale war eine Riesenchance, ich wollte zumindest um jeden Punkt kämpfen. Ich spielte mich glücklicherweise im dritten Satz etwas frei."

Thiem körperlich sorgenfrei

Zuvor war Thiem bereits drei Mal in einem Major-Finale gestanden, alle drei Endspiele hatte er verloren. "Mit dieser Bilanz war es nicht leicht, in das Match zu gehen. Vor allem die Niederlage in Australien war wirklich schmerzhaft. Ich hatte das Gefühl, dort nah dran gewesen zu sein. Ich will mir gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, hätte es jetzt wieder nicht geklappt. Eine 0:3-Niederlage in Sätzen wäre leichter zu verarbeiten gewesen, als im Tiebreak zu verlieren. Vielleicht hätte ich mich davon nie wieder erholt in meiner Karriere."

In der Schlussphase der Partie plagten ihn Krämpfe, zudem machte ihm eine leichte Verletzung an der Achillessehne aus dem Halbfinale zu schaffen. "Der Oberschenkel war wenige Stunden nach dem Match wieder gut", sagte Thiem. "Die Achillessehne sollte spätestens in Paris wieder zu 100 Prozent verheilt sein. Ich will den Rückenwind durch den US-Open-Titel ausnutzen."

Er werde in den nächsten Tagen über die Reise nach New York reflektieren. Der 27-Jährige merkte an, dass schon in kurzer Zeit mit den French Open das nächste Grand Slam stattfindet. "Ich erwarte von mir selbst, die großen Turniere mit mehr Lockerheit anzugehen."

© GEPA

Thiems Fahrplan zu den French Open

In den nächsten Tagen steht Regeneration auf dem Programm, am Wochenende beginnt er mit Training auf Sand, am Mittwoch fliegt er nach Paris. "Der Übergang auf Sand war in der Vergangenheit nie ein Problem. Das Rutschen taugt mir sehr", sagte Thiem. "Körperlich werde ich nicht lange brauchen, bis ich wieder topfit bin." Die größte Herausforderung sei, die Erfahrungen einzuordnen und mental zu verarbeiten.

"Viele Leute reden von einer Wachablöse, ich sehe es aber nicht ganz so", sagte Thiem. Djokovic und Nadal seien die ganz großen Favoriten. Vor allem der Spanier sei im Vorteil, weil er ausgeruht nach Paris reist. "Ich erwarte von mir selbst, dass ich besser und lockerer spiele", sagte Thiem. "Ich habe mir sehr viel Druck auferlegt in der Vergangenheit, weil mir der ganz große Wurf nicht gelang. Ich hätte weinend auf meine Karriere geschaut, wenn mir ein Grand-Slam-Titel verwehrt geblieben wäre." Das hat Thiem nun in der Blase von New York abgehakt.

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Dienstag
15.09.2020, 17:00 Uhr
zuletzt bearbeitet: 15.09.2020, 17:40 Uhr

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