Dustin Brown kontert Thiem-Aussagen: "Hätte mich meine Karriere gekostet"

Dustin Brown kann der Kritik von Dominic Thiem an den Tennis-Hilfsgeldern nichts abgewinnen. Wäre die Corona-Krise zu seinem Karrierestart passiert, so der Tennis-Selfmade-Man, hätte ihn das seine Karriere gekostet.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 28.04.2020, 15:54 Uhr

© (c) GEPA pictures
Dustin Brown

Dominic Thiem hatte in der vergangenen Woche der Kronen-Zeitung erklärt, dass sich gerade in den unteren Regionen der Weltrangliste viele Leute tummeln würden, "die dem Sport nicht alles unterordnen". Er sehe daher nicht ein, "warum ich solchen Leuten Geld schenken sollte". Zumal auch er über die Future-Tour damals hochgekommen sei./

Er wolle Geld daher lieber an Leute oder Institutionen weitergeben, die es wirklich bräuchten. "Ich habe in keinem Beruf die Garantie, irgendwann einmal richtig viel Geld damit zu verdienen. Es kämpft kein Tennisspieler, auch nicht die, die weiter unten stehen, ums Überleben. Es muss keiner verhungern", so der Weltranglisten-Dritte. Auch von den Topleuten habe schließlich niemand etwas geschenkt bekommen, alle hätten sich hochkämpfen müssen.

Eine Ansicht, die nun auf Widerspruch stieß. Dustin Brown, der einst via Wohnmobil seine Laufbahn startete, hierin die kleinen Turniere abklapperte, um Kosten und Logis zu sparen, schrieb auf Twitter: "Ich habe 2004 angefangen. Habe in einem Camper gewohnt, von Woche zu Woche überlebt mit dem Geld, das ich verdient habe. Wenn ich bei einem 10.000er-Turnier in Runde 1 verloren habe, gab es 117,50 US-Dollar, abzüglich Steuern. Deswegen habe ich auch für andere Spieler die Schläger bespannt für 5 Euro das Stück." Wenn die Corona-Krise damals passiert wäre, so Brown, "dann hätte mich das meine Karriere gekostet."

Brown hatte es im Jahr 2010 erstmals unter die Top 100 geschafft, seither stand er meist zwischen Rang 100 und 200. Seinen größten Erfolg hatte Brown gefeiert, als er Rafael Nadal im Sommer 2015 in Wimbledon schlug, seine Höchstplatzierung war die Nummer 64. Aktuell ist er auf 246 platziert.   

Zverev: Top beraten via WhatsApp-Gruppe

Sowohl die ATP, WTA als auch ITF planen aktuell Hilfsfonds, zudem steht ein Vorschlag von ATP-Spierratspräsident Novak Djokovic im Raum, der Beiträge der besser platzierten Spieler an die schlechteren vorsieht - von 30.000 US-Dollar (seitens der Top 5) bis 5.000 US-Dollar (der Plätze 51 bis 100). So sollen den Spielern zwischen den Plätzen 250 bis 700 jeweils 10.000 US-Dollar zukommen.

"Es ist schwierig, von Spielern Geld zu verlangen, egal, wie ihre Weltranglistenplatzierung ist", hatte Zverev hierzu dem Fußballmagazin kicker erklärt. Die Top 50 würden hierzu via WhatsApp-Gruppe beraten, hier folge man meist den Vorschlägen der erfahrenen Spieler Djokovic, Nadal und Federer.

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Thiem Dominic

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Dienstag
28.04.2020, 15:43 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.04.2020, 15:54 Uhr

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