Frage nach Vorwürfen: Zverev bricht Interview in Frankreich ab

Nach seinem ersten Grand-Slam-Sieg gab es für Alexander Zverev viel zu erzählen. Der Weltranglistendritte hatte seinen lebenstarum verwirklicht. Eine umbequeme Nachfrage der französischen Tageszeitung L'Equipe verstimmte den Sieger von Paris hingegen.

von SID
zuletzt bearbeitet: 09.06.2026, 12:30 Uhr

Alexander Zverev hat nach seinem Triumph in Paris ein Interview abgebrochen.
© Getty Images
Alexander Zverev hat nach seinem Triumph in Paris ein Interview abgebrochen.

Das Interview mit dem neuen, dem strahlenden French-Open-Sieger habe in einer "unbeschwerten und sogar herzlichen" Atmosphäre stattgefunden. Während einer gemeinsamen Autofahrt. Schreibt L'Equipe. Alexander Zverev habe über seinen langen Weg zum ersten Grand-Slam-Titel gesprochen, über die wichtigsten Menschen in seinem Leben, über seine Diabetes-Erkrankung. Doch dann brach Zverev, so schildert es die französische Sporttageszeitung, das Gespräch mit dem Fachblatt ab.

"Ich denke, wir sollten aufhören, so ist es besser", zitiert L'Equipe die Reaktion des Hamburgers auf die Frage, wie er nach seinem Triumph in Paris mit jenen umgehe, die Zverev gegenüber wegen der einstigen Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ex-Partnerinnen Bedenken äußern. Zverev habe empört reagiert und entgegnet: "Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?" Und danach eben: Abbruch.

Prozess ohne Urteil beendet

Im Juni 2024, kurz bevor Zverev das French-Open-Finale gegen Carlos Alcaraz verlor, war ein Prozess gegen den Tennisprofi vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten wegen angeblicher Körperverletzung ohne Urteil beendet worden. Mit der Einstellung war eine Geldauflage von 200.000 Euro verbunden gewesen. Eine Verurteilung gab es damit nicht, mit der Zustimmung zur Zahlung war kein Schuldeingeständnis verbunden, Zverev gilt als unschuldig.

L'Equipe thematisierte das abgebrochene Interview und fragte: "Hätte man den deutschen Champion wie jeden anderen Grand-Slam-Sieger behandeln und die Schatten, die ihn seit den Anschuldigungen zweier Ex-Partnerinnen wegen häuslicher Gewalt umgeben, diskret ausblenden sollen?"

Das Blatt gab gewissermaßen darauf selbst die Antwort: L'Equipe hatte am Montag darauf verzichtet, Zverev ins Zentrum der Titelseite seiner gedruckten Ausgabe zu rücken. Dort war in den vergangenen Jahrzehnten stets der triumphierende Champion in überwältigender Größe zu sehen. Diesmal fand sich Zverev oben links als Miniatur auf dem Cover wieder. Im Mittelpunkt: Die Handballerinnen aus Metz nach ihrem Champions-League-Sieg.

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Dienstag
09.06.2026, 12:14 Uhr
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