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French Open: Novak Djokovic dreht 0:2-Satzrückstand gegen Tsitsipas zum 19. Grand-Slam-Titel

Novak Djokovic hat die French Open 2021 gewonnen. Im Finale schlug er den Griechen Stefanos Tsitsipas in dessen erstem Major-Finale mit 6:7 (6), 2:6, 6:3, 6:2 und 6:4 (Hier könnt ihr das Match im tennisnet-Liveticker nachlesen!)

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 13.06.2021, 22:31 Uhr

Novak Djokovic
© Getty Images
Novak Djokovic

Novak Djokovic hat wieder einmal große Comebackqualitäten bewiesen und einen 0:2-Satzrückstand in einen Sieg umgewandelt - konkret in seinen 19. Grand-Slam-Titel. Nach 2016 siegte Djokovic damit auch zum zweiten Mal bei den French Open.

4 Stunden und 11 Minuten brachten die beiden auf den Platz - nach ihren langen Halbfinalspielen am Freitag. Tsitsipas hatte hier in fünf Durchgängen gegen Alexander Zverev gewonnen, Novak Djokovic in einem Viersatz-Krimi Rafael Nadal entthront.

Tsitsipas holt sich knappen ersten Durchgang

Im Finale musste Tsitsipas zu Beginn mehr kämpfen bei den eigenen Aufschlagspielen, gleich im ersten Servicegame halfen ihm starke Aufschläge aus der Bredouille. Dennoch kam er zum ersten Satzball beim 5:4, aber Djokovic wehrte ab. Und breakte schließlich zum 6:5, gefolgt jedoch von einem grauenhaften eigenen Aufschlagspiel./

Im Tiebreak dann das schnelle 4:0 für Tsitsipas, Djokovic kam dennoch zum 6:5, auch dank eines glücklichen Volleystops mit der Netzkante. Tsitsipas aber wehrte mutig ab, zimmerte einen Return des Weltranglisten-Ersten als Halbvolley von der Grundlinie ins Eck. Und provozierte beim eigenen Satzball einen Djokovic-Fehler zur Satzführung.

Djokovic wirkt platt - ist es aber nicht

Djokovic gab auch das erste Aufschlagspiel im zweiten Durchgang direkt ab, verpasste anschließend ein 0:30 durch einen unentschlossenen Smash. Tsitsipas indes spielte stark auf, mit viel Druck und Topspin, während Djokovic immer ein Schritt fehlte und darauf bedacht war, die Punkte durch eher untypisches Sandplatzspiel abzukürzen. Den Satzball von Tsitsipas zum 6:2 ließ er fast ohne Gegenwehr an sich vorbeiziehen. Hatte er körperliche Probleme nach dem Wahnsinns-Halbfinale gegen Rafael Nadal?

Djokovic verließ zur Satzpause den Court, kam mit roten Shirt und neuem Mut zurück - wie schon oft nach einem scheinbarem K.O.

Novak Djokovic dreht nach 0:2-Satzrückstand auf

In einem langen Aufschlagspiel beim 1:2 im dritten Satz präsentierte Djokovic wieder den gewohnten Biss, die vierte Breakchance saß, zum Ärger von Tsitsipas. Der Weltranglisten-Fünfte, mit einer 22:3-Sandbilanz in 2021 ins Finale garniert, zeigte nun erstmals verärgerte Reaktionen, blieb zwar dran, aber Djokovic servierte am Ende zum 6:3 aus. Tsitsipas musste sich in der Satzpause am unteren Rücken behandeln lassen.

In Durchgang vier spielte weiterhin nur Djokovic, Tsitsipas hatte seine Linie komplett verloren und lag schnell mit 0:4 zurück, gab dann mit zwei gewonnenen Aufschlagspielen noch ein Lebenszeichen von sich.

Die Entscheidung musste also her: Tsitsipas gewann das so wichtige erste Aufschlagspiel knapp und gab sich die Faust, erstmals nach zwei Sätzen. Der 34-jährige Djokovic aber war der bessere, der fittere Spieler, dem dann auch das Break zum 2:1 gelang. Und der gefühlt gar nicht mehr allzu viel machen musste, außer stabiles Tennis zu spielen - gegen einen platt wirkenden Gegner, der zwar ein weiteres Break mit Mühe und Not verhindern konnte, aber bei Aufschlag Djokovic am Ende nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte. Einen Matchball wehrte Tsitsipas noch mit dem Mute der Verzweiflung und einer wunderbaren Rückhand die Linie entlang ab, den zweiten ließ sich Djokovic nicht mehr nehmen.

"Es war ein großer Kampf, ich habe alles reingelegt, aber Novak war am Ende der Stärkere", sagte ein sichtlich enttäuschter Tsitsipas. "Ich hatte einen guten Lauf, bin zufrieden mit mir - aber jetzt applaudieren wir Novak, er ist solch ein großer Champion. Ich hoffe, eines Tages halb so viel erreicht zu haben wie er."

"Ich weiß, was er durch macht, wie schwierig das für ihn ist", sagte Djokovic in Richtung Stefanos Tsitsipas. "Er wird viele Grand-Slam-Turniere gewinnen, das weiß ich." Djokovic kündigte auch ein Wiederkommen in 2022 an, dann hoffentlich wieder vor vollem Haus.

Djokovic auf den Spuren von Rod Laver

Djokovic hat dank seines zweiten Triumphs in Roland Garros alle Grand-Slam-Turniere mindestens zwei Mal gewonnen, er ist damit der erste Spieler bei den Herren seit Rod Laver, dem das gelungen ist. Zudem nennt er alle Masters-Turniere sein Eigen, etwas, das er auch Roger Federer und Rafael Nadal voraus hat. Auf die beiden - mit jeweils 20 Grand-Slam-Titeln dekoriert - hat er nun beinahe aufgeschlossen.

Nach seinem Sieg bei den Australian Open zu Beginn des Jahres hat Djokovic auch noch die Chance auf den "echten" Grand Slam, also den Sieg bei allen vier Majorturnieren innerhalb eines Kalenderjahres.

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von Florian Goosmann

Sonntag
13.06.2021, 19:23 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.06.2021, 22:31 Uhr

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