ATP-Mitgründer Bob Green: PTPA sollte höhere Ziele anstreben

Zuletzt ist es ruhig geworden um die neu gegründete PTPA. Nun meldet sich mit Bob Green ein ehemaliger Vizepräsident der ATP-Tour zu Wort - und bescheinigt der PTPA eben jene Absichten, die man einst mit Gründung der ATP-Tour hatte.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 20.11.2021, 15:39 Uhr

Novak Djokovic hat mit der PTPA viel vor
© GEPA Pictures
Novak Djokovic hat mit der PTPA viel vor

Die PTPA (Professional Tennis Players Association) sollte noch höhere Ziele anstreben als sie es bislang tue, nämlich eine Spielermehrheit oder eine Mehrheit im Vorstand der ATP-Tour selbst. Und die Spieler sollten dabei die Führungsrolle im Herrentennis übernehmen, so Bob Green in einem Beitrag im Sports Business Journal. Green ist ein ehemaliger Top-40-Spieler und war von 1988 bis 1995 Vizepräsident der ATP-Tour./

Bei der Gründung der ATP habe man nicht die derzeitige 50/50-Struktur in Partnerschaft mit den Turnieren im Kopf gehabt, die es aktuell gibt, die Spieler hätten damals die Mehrheit stellen sollen. Angesichts eines drohenden Konkurses der ATP in 1989 habe man unter Druck der Turnierdirektoren einer 50/50-Lösung zugestimmt, um benötigte Garantien und Fernsehrechte zu sichern. "Ich war schon immer der Meinung, dass dieser Kompromiss die Achillesferse der Tour war, und wir sehen jetzt, dass er durch die Gründung der PTPA, deren Mitglieder sich im derzeitigen System unterrepräsentiert fühlen, vollends entlarvt wird", schreibt Green.

Green sieht PGA-Tour als Vorbild

Green führt die PGA-Tour (Golf) als positives Beispiel dafür an, was eine von Spielern geführte Organisation erreichen kann. "Die Spieler können und sollten die Kontrolle über die von ihnen erwirtschafteten Sponsoren- und Fernseheinnahmen haben und entscheiden, wie diese Einnahmen verteilt werden." Die PTPA verkaufe sich aktuell unter Wert, wenn sich sich hauptsächlich als Gewerkschaft sehe, die mit den Eigentümern verhandele. Die Spieler seien ja keine Arbeiter. "Sie sind das Produkt, als solches sollten sie auch die Kontrolle haben."

Die PTPA war 2020 von Novak Djokovic und Vasek Pospisil gegründet worden, als Ziel hatte man angegeben, die ATP nicht ersetzen zu wollen, sondern den Spielern eine bessere Vertretung zu geben, für Transparenz und Fairness zu sorgen. Ein Problem der ATP-Tour: Hier sind Spieler und Turniere gleichberechtigt, viele Spieler befürchten, nicht ausreichend an den Einnahmen beteiligt zu sein. Zuletzt war die Rede davon, dass bereits 80 Prozent der Spieler an Bord seien - mit Roger Federer und Rafael Nadal fehlen jedoch auch zwei große Namen, die der PTPA bislang stets kritisch entgegenstanden.

Zuletzt war es jedoch ruhig geworden um die PTPA, ein konkretes Programm fehlt bislang. Auch Novak Djokovic gab zu, dass die PTPA noch nicht dort sei, wo sie sein solle.

PTPA braucht Federer und Nadal

Green erklärt weiter, dass sich bereits 1988 herauskristallisiert habe, dass, wo immer eine vereinte Gruppe an Spielern hingehe, die Turniere folgten. "Der Weg zu einem neu strukturierten Tour-Vorstand ist für die PTPA nicht weit." Allerdings seien damals fast alle Top-10-Spieler dabei gewesen. Daher müssten auch Federer und Nadal einbezogen werden, um eine große Front zu bilden.

Green sieht es als Geldverschwendung an, eine eigene PTPA-Struktur zu schaffen, mit einer Umstrukturierung der ATP hätte man ja das Personal, es komme schließlich eher auf den Einfluss der PTPA an. Sobald die Umstrukturierung vollendet sei, könne die PTPA sich dann auflösen, die Arbeit könne dann von der ATP mit Hilfe eines stärkeren Spielerrats erledigt werden.

Das aktuelle Problem: "Die Reaktionen der ATP-Tour und einiger Spieler gegenüber der PTPA offenbart das Eigeninteresse und die Selbsterhaltung, die den Sport immer schon zurückgehalten haben", so Green.

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